Trotz widrigen Wetters genoss die aus 54 Mitgliedern bestehende Ortswehr diesen Moment, zelebrierte ihn. Reden wurden kurzgehalten, der spannende Moment des Anblicks hinausgezögert, bis Glockenklänge erschallten, durch Lichtschlitze fallendes Blaulicht den Höhepunkt ankündigte, sich das Rolltor öffnete und die maßgeschneiderte Neuerwerbung des Amtes Märkische Schweiz aus künstlich quellendem Nebel unter Beifall herausfuhr.
Lange haben sie auf diesen Moment gewartet. Es sei das erste neuwertige Feuerwehrfahrzeug für Zinndorf seit den 80er-Jahren, sagte Amtsdirektor Dammann, "abgesehen von einem kleinen Anhänger mal zwischendurch". Außerdem hatte man auf Förderhilfe gehofft, bis sich der Amtsausschuss entschloss, die nötigen 212 859,36 Euro aus dem eigenen Haushalt zu nehmen. Zudem wurde in mehr als 2000 freiwilligen Einsatzstunden das Dach des Gerätehauses angehoben, damit das neue Auto hineinpasst. Dann konnten Wehrführer Detlef Krüger, Stellvertreter Marco Schrot, Olaf Elsholz und Horst Unetshammer das Schmuckstück aus Görlitz holen.
Den ersten Einsatz hatte man schon auf der Autobahn, berichtete Schrot, wenn auch nur zur Absperrung für einen Lkw mit brennendem Reifen. Marco Schrot gehörte auch zu jenen, die viel Zeit mit Planen für den passgenauen Aufbau des Fahrzeugs verbracht haben. Nun ist das Auto nicht nur speziell zur Brandbekämpfung ausgerüstet, es verfügt auch als Erstes im Amtsbereich über einen per Fernbedienung ausfahrbaren Lichtmast und eine Sicherungstasche für die Atemschutz-Truppe. Heckwarneinrichtung, Überdruckbelüfter, Säbelsäge oder eine Heckpumpe, die 2000 Liter je Minute fördert, sind weitere Neuerungen. "Ein Quantensprung für die Zinndorfer", nannte es Rehfeldes Feuerwehrchef Olaf Horn-Ebeling.