Nach einem musikalischen Auftakt durch vier gebürtige Ghanaer mit Trommeln und Tanzeinlage brachte Stadtwerke-Sprecherin Gesa Reschke den Gästen das Zielland zunächst mit einigen Fakten näher. Für die Akteure sprach anschließend Felix Seliger-Büssow von seiner bislang erfahrungsreichsten Reise. Um diese Eindrücke zu teilen, sei die Ausstellung entstanden, sagte er.
Eigentlich hatte das Team nach Senegal reisen wollen, war jedoch durch Ebola ausgebremst worden. Bei einem Workshop in einem Flüchtlingsheim in Neuhardenberg lernten die vier dann Sozialarbeiterin Doris Grewe aus Strausberg kennen, die im vorigen Jahr vom König der Ga, der größten Einwohnergruppe in Ghana, zur Königin gekrönt worden war. Nii Osabu Akwei I lud die Gruppe ein, ihr Projekt bei ihm zu verwirklichen. Zwar funktionierte eine Internetaktion im Vorfeld nicht wie erhofft, doch dank Sponsoren wie den Stadtwerken konnte das Projekt im Februar starten. Die vier malten, sprühten, tanzten und plauschten mit Schülern und Studenten. "Da konnten wir einfach losmachen, mit Material, das wir bekommen haben. Hier ist die kreative Arbeit ja eher gesteuert, zum Beispiel durch Kundenwünsche", so Seliger-Büssow.
Die Arbeit wurde auf Bildern und Videos dokumentiert. Ivo Sagrauske zum Beispiel hat allein um die 2000 Fotos gemacht. Motive zu finden, sei sehr einfach gewesen, berichtet er. Für die Ghanaer habe eine Kamera große Anziehungskraft. Umso schwerer war die Auswahl für die Schau.
Die Akteure entschieden sich letztlich für gut 20 Motive - Personen, Alltagsszenen und auch gestaltete Objekte. Dazu zwei großformatige Porträts. Alle Bilder kann man kaufen - für zwischen 300 und etwa 3000 Euro. Die Einnahmen sollen in die Weiterführung des Projekts fließen, in eine Kunstschule, so die Idee. Denn Talente habe man in Ghana viele getroffen.
Zur Vernissage hatte das Oberstufenzentrum als Kooperationspartner der Stadtwerke afrikanisches Fingerfood vorbereitet. Die Gäste griffen gern zu. Und sahen sich Ausschnitte des beim Projekt entstandenen Films an. In voller Länge ist der am 11. Juni in Berlin zu sehen.
Die Ausstellung ist noch bis Ende August im Kundencenter der Stadtwerke in der Kastanienallee 38 zu sehen - werktags von 9 bis 18 Uhr.