"Seit 2014 haben wir das System zusammen mit der auf solche Anwendungen spezialisierten Agrarsoftware-Firma Held aus Baden-Württemberg entwickelt, 2016/17 erfolgt nun die Übertragung in die Praxis, um dem Prototypen den Feinschliff zu geben", erläutert ZALF-Mitarbeiterin Friederike Borges. Ziel des Projektes sei es, den oft erheblichen Kontrollaufwand zu minimieren. Denn um zu überprüfen, ob und wie sachgerecht solche Naturschutzmaßnahmen durchgeführt werden, müssen sich die Vertreter der betreffenden Behörden bisher vor Ort ein Bild machen.
Solche zeit- und kostenintensiven Fahrten über Land könnten künftig entfallen. Denn die App, führt die Co-Entwicklerin aus, biete eine einfache, manipulationssichere Form der Dokumentation. Da viele landwirtschaftliche Fahrzeuge heutzutage ohnehin mit GPS und anderen technischen Zusätzen ausgerüstet sind, fällt es nicht schwer, da eine Verknüpfung zu der auf dem Tablet oder Smartphone installierten Anwendung herzustellen.
"Die App soll schon im Planungsprozess von Maßnahmen ansetzen", macht die Müncheberger Wissenschaftlerin am Beispiel der Mahd eines Grünstreifens deutlich. In der Infothek der Software sind genau die vorgegebenen Zeiträume abgespeichert - der Landwirt werde also daran erinnert, dass er noch bis zum Ende des betreffenden Monats Zeit für die Umsetzung hat. Oder, im Gegenzug, erst nach Beginn des Folgemonats mit einer Maßnahme starten darf.
Spielt dann auch das Wetter an dem Tag mit, werden die betreffende Teilfläche für den Auftrag sowie weitere Parameter wie die Arbeitsbreite des eingesetzten Fahrzeugs eingegeben, der Ausführende macht jeweils ein Vorher-/Nachher-Foto, die dann direkt - versehen mit Datum, Uhrzeit und kartografischer Verankerung - in der Datenbank abgelegt werden. "Ein Zugriff auf die Bilder zur Bearbeitung ist da nicht möglich", gerade das mache das Verfahren so sicher gegen Manipulationsversuche, wie Friederike Borges betont.
Bestimmte Absprachen mit dem zuständigen Ministerium seien noch vonnöten, ergänzt die Wissenschaftlerin. Geklärt werden müsse insbesondere, wo genau das Abspeichern der gesammelten Daten erfolgt, mutmaßlich auf einem externen Server. Demnächst solle es zudem einen Expertenworkshop mit Landwirten und Naturschutzvertretern geben. Auch der Landesbauernverband, von dem es schon positive Resonanz gebe, werde dann mit am Tisch sitzen. "2017 wollen wir dann richtig in den Praxistest gehen", kündigt Friederike Borges an.