Seit etwa anderthalb Jahren ist der elektrische Kleinwagen vom Typ VW up jetzt bei den Strausberger Stadtwerken im Einsatz. 12 000 Kilometer ist Uwe Schmidt bislang damit gefahren. "Man muss die Fahrten gut planen", sagt der Angestellte, der bei dem städtischen Unternehmen für die Zählermontage zuständig ist. Schließlich werden bei dem rein elektrischen Fahrzeug neben dem Antrieb auch sämtliche anderen Verbraucher von den Batterien gespeist - Licht, Heizung/Klimaanlage, Radio. Die maximale Reichweite von 130 Kilometern kann folglich nur selten ausgereizt werden.
In der kälteren Jahreszeit werden ohnehin nur bis zu 100 Kilometer erreicht. Obwohl das Auto nachts zum Laden in einer beheizten Garage steht und somit optimale Bedingungen habe, sei es "wetterfühlig". Sobald er bei Kälte mit dem Wagen vom Hof rolle, sei die Reichweitenanzeige schon etliche Kilometer gesunken, berichtet Schmidt. Aber selbst vier- bis fünfmal von der Kastanienallee bis nach Vorstadt komme er, also für seine Zwecke sei das Elektroauto durchaus geeignet, schätzt er ein.
Sein Geschäftsführer hat auch die Kostenseite im Blick. Für die letzten 665 Kilometer habe der Wagen 168 Kilowattstunden verbraucht, was etwa eine Viertel-Kilowattstunde pro Kilometer ergebe. Veranschlagt man einen gängigen Preis von 30 Cent, hat er Kosten von gut 7,50 Euro pro 100 Kilometer errechnet. Bei den derzeitigen Kraftstoffpreisen entspreche das etwa den Kosten eines Autos, das sechs Liter pro 100 Kilometer verbraucht. "Aber unser Auto fährt komplett kohlendioxidfrei", nannte Andreas Gagel einen wesentlichen Unterschied.
Aus seiner Sicht sei der Einsatz elektrischer Dienstfahrzeuge bei einer Jahresgesamtstrecke von bis zu 8000 Kilometern und kurzen Tagestouren möglich. Zusätzliche Anreize bei der vergleichsweise teuren Anschaffung könnten dies befördern, so der Unternehmenschef, der auch schon andere Elektrofahrzeuge wie den Tesla getestet hat. Wenn bei städtischen Gesellschaften Fahrzeugersatz anstehe oder der Kraftstoffverbrauch zu hoch werde, kann er sich vorstellen, weitere Elektroautos anzuschaffen, blickte er voraus.
Zudem kündigte er an, dass die Infrastruktur für die E-Mobile in der Stadt ausgebaut werde. Bislang gibt es eine Ladesäule im Stic, die allerdings nicht rund um die Uhr verfügbar ist, sowie eine auf dem Flugplatz. Die nähmen bislang vor allem "Gelegenheitstanker" in Anspruch. Um Erfahrungen speziell mit Abrechnungssystemen zu sammeln, sollen weitere hinzukommen. Geplant sei beispielsweise eine höherwertige Säule mit Schnelllademöglichkeit in der Nähe des Straßenbahndepots am Lustgarten. Überdies sollen "einfache" Ladestationen an den Endpunkten der S-Bahn installiert werden, die Pendler nutzen könnten. Weitere könnten in der Nähe der Straßenbahnlinie aufgestellt werden, und auch das Handelscentrum habe man "auf dem Zettel". Und die EWE bereitet eine Lademöglichkeit im Parkhaus Hegermühlenstraße vor.
Bei der nächsten Strausberger Energiekonferenz Anfang November will Andreas Gagel näher auf die Erfahrungswerte mit dem E-Auto und den Ladesäulen eingehen. Dann ist die Hälfte der vereinbarten Leasingzeit vorbei.