Fast zwei Jahre lang hat sich der Bau hingezogen, ursprünglich sollte er Ende 2019 abgeschlossen sein. Sowohl Böttche als auch Witt äußerten deutliche Kritik an der Arbeit einiger Baufirmen, die zusätzlich zur Corona-Pandemie zu Verzögerungen geführt und für reichlich Ärger gesorgt habe.
Vertrauen ins Handwerk leidet
"Mein Vertrauen in das deutsche Handwerk hat auf dieser Baustelle teilweise sehr gelitten", sagte Witt. "Wie manche Firmen hier aufgetreten sind – auch im Ton – und gearbeitet haben, hat mich schon sehr erschrocken." Noch immer gebe es kleine Mängel, unter anderem eine Rückrufaktion bei den Fenstern. Witt hätte sich hier "mehr Biss vom Amt" gewünscht, auch wenn er wisse, "dass es das Vergaberecht und seine Sanktionsmöglichkeiten nicht immer einfach machen". Er dankte seinen Kameraden, die viel Zeit aufwendeten, um Mängel der Baufirmen auszugleichen oder die WCs zu reinigen, "wenn die Handwerker mal wieder nicht so zielsicher waren". Getroffen habe seine Mitstreiter und ihn in diesem Zusammenhang der Vorwurf, sie würden das Gerätehaus illegal nutzen. Dabei sei der vorzeitige Umzug ja nicht ihrer Ungeduld geschuldet gewesen, sondern der Tatsache, dass das alte Gerätehaus dem neuen Parkplatz hinter dem jetzt entstandenen Bau weichen musste.
Er wolle aber nicht undankbar sein und alle Firmen über einen Kamm scheren. "Es gab auch welche, die hervorragend und zügig gearbeitet haben", sagte Witt. Dass die Wehr heute vor einem nagelneuen Gerätehaus stehe mit einem fast neuen Fahrzeug, habe vor ein paar Jahren wohl keiner zu träumen gewagt. Ein Dank gehe auch an das Land Brandenburg, das den 810 000 Euro teuren Bau mit 306 000 Euro gefördert habe. Den Rest trage das Amt. Das Gerätehaus mit Fahrzeughalle, Umkleideraum und behindertengerechten Sanitärräumen werde nicht nur allen Ansprüchen an eine moderne Feuerwehr gerecht: Witt nennt zum Beispiel die Absauganlage in der Fahrzeughalle. "Bevor man das Fahrzeug startet, drückt man einen Knopf und es landet kein Gramm Feinstaub mehr im Raum." Auch für die dörfliche Gemeinschaft sei der Bau ein Mehrgewinn. "Der Schulungsraum kann für kommunale Veranstaltungen erweitert werden."
Witt hofft, dass die guten Bedingungen der Wehr vielleicht auch das ein oder andere neue Mitglied bringen. Mit Alters- und Ehrenabteilung sowie Kinder- und Jugendwehr komme man auf 35, davon 13 aktive Mitglieder. Als Teil der Amtsfeuerwehr nehme man im Löschzug mit der Zinndorfer Wehr einen wichtigen Part ein. Vor allem, wenn es darum geht, die gesetzlich vorgegebene Hilfsfrist einzuhalten, die vorschreibe, zwölf Minuten nach Alarmierung am Brandort zu sein. Das sei für die Kameraden der Rehfelder Ortswehr wegen der Schranke nicht überall möglich.
Fast alle Ziele erreicht
Marco Böttche zeigte sich wie Lothar Arndt vom Amtsausschuss zufrieden, dass die Amtsfeuerwehr hinsichtlich der Ausrüstung und Unterkünfte insgesamt gut ausgestattet sei. Beinahe alle Ziele, die 2010 mit dem bis 2020 gültigen Gefahrenabwehrbedarfsplan verabredet wurden, seien nun erreicht worden, sagte Böttche. "Bei der Modernisierung der Fahrzeuge sind wir fast komplett durch. Das neue Gerätehaus in Zinndorf soll im nächsten Jahr fertig werden. Dann fehlen auf dieser Liste nur noch Garzin und Grunow-Ernsthof." Für den neuen Gefahrenabwehrbedarfsplan befinde man sich in der Entwurfsphase.
Ein Überraschung gab es für die Werderaner Wehr am Ende der Zeremonie. Fördervereinsvorsitzender Sven Bürger übergab Witt einen für alle Abteilungen nutzbaren Mehrzweckanhänger. Den hatte der Verein gekauft, da im 2019 angeschafften Feuerwehrfahrzeug wegen der üppigen technischen Ausstattung wenig Platz für anderes sei.