Das erklärte auch Jörg Lessing, einer der Hauptorganisatoren der Veranstaltung, so: "Wir haben für 2020 allerdings schon eine Bewerbung für die Deutsche Meisterschaft abgegeben." In diesem Jahr hatten somit auch die Fahrer eine Möglichkeit mitzufahren, die sonst eher nicht mit am Start sein konnten. Allerdings waren die Motorsportler, die dabei waren, durchaus von gutem Kaliber.
Dazu gehörte zum Beispiel  der Sieger des Pokals Arne Domeyer. Der Mann aus  Kaltenkirchen (Schleswig-Holstein) hatte eigentlich schon vor Jahren seine aktive Laufbahn beendet. Doch auch für ihn ist der Novemberpokal etwas Besonderes. Und wer, so wie er, Benzin im Blut hat, der kann auch mit 43 Jahren nicht komplett aufhören. So zog er sich noch einmal die Cross-Stiefel an und stieg aufs Motorrad, um sich am Ende den Pokal mit großem Abstand zu sichern. Ansonsten fehlten die ganz großen Namen der Enduro-Szene in diesem Jahr.
Jörg Lessing, selbst erfolgreicher Autocrosser, ist direkt nach dem Pokalwettbewerb ins Auto gestiegen, um sein GST Team bei den Six Days zu betreuen. Nach zehnjähriger Pause finden die Six Days wieder einmal in Portugal statt. Die im Süden des Landes gelegene wunderschöne Stadt Algarve Portimão und ihr weltberühmter Autódromo Internacional do Algarve sind Gastgeber der 94. Mannschaftsweltmeisterschaften.
"Wir haben herrlichen Sonnenschein, aber kühle Temperaturen", berichtete Lessing, direkt von seiner knapp 3000 Kilometer langen Anreise. Lessing betreut Robert Riedel, Björn Feldt, Edward Hübner und Angus Heidecke. Das Wetter in Rüdersdorf war das ganze Gegenteil. Regen machte die Strecke sehr schmierig und forderte jedem Fahrer eine Menge ab. Nico Rambow berichtet: "Das Rennen verlief recht gut, war aber knüppelhart. Ich konnte mir vorher die Strecke nicht anschauen und verlor in der ersten der drei zu fahrenden Runden viel Zeit." Rambow lobte den "schön abgesteckten Kurs, der anspruchsvoll war, aber sehr viel Spaß gemacht hatte". Er wurde Zweiter in der Gesamtwertung.
Eine Runde dauert 85 Minuten
Eine Runde führte über 35 Kilometer und dauerte knapp 85 Minuten für die Fahrer. Eine Sonderprüfung gab es in der Nähe der Zementwerke Rüdersdorf. Eine Zweite war der Dynamo-Extremtest.
Am Abend wurde ausgiebig gefeiert. Zum einen natürlich, dass nichts Ernsthaftes, trotz der Schwierigkeiten auf der Strecke, passiert war, und zum anderen, dass es eine gelungene Veranstaltung des MC Woltersdorf war. Nur einer konnte diesen Tag nicht genießen. Gerade ihm bleibt zu wünschen, dass er bald wieder zu 100 Prozent gesund ist. Harald Täger, der Vorsitzende des MC Woltersdorf und Leiter der Gesamtorganisation, musste ins Krankenhaus eingeliefert werden. Jeder, der ihn kennt, weiß, wie schwer das für den Woltersdorfer gewesen sein muss. So galt es, im Organisationsteam, enger zusammenzurücken. Melanie Apolinarski berichtet, dass alle sehr gut gearbeitet haben und es keine größeren Pannen gab.
Zahlreiche Unterstützer
Der MC Woltersdorf will es nicht versäumen, allen zu danken, die wieder diese Motorsportveranstaltung ermöglichten. Dazu gehören u. a. der Herzfelder Landwirt Johann Bernhard Meintrup und die Herzfelder Tierarztpraxis von Gerald Bredereck. "Und natürlich wollen wir uns bei den zuständigen Forstwirtschaftsbetrieben bedanken, denn schließlich haben sie uns wieder die Erlaubnis gegeben, durch einige Waldstücke zu fahren", erklärte Jörg Lessing direkt nach der Veranstaltung.