Aber Umkleide-, Wasch- und Toilettenräume des Stadions sind auf dem Stand von 1975, ihrem Baujahr, geblieben. Nichts gegen aufwändig gepflegten Spielfeldrasen, Flutlichtanlage und Ergebnisanzeige - wenn sie Gästen von Bundesligamannschaften oder auch nur der Kita-Olympiade solche sanitären Bedingungen anbieten müssen, schämen sich die Gastgeber vom FC Strausberg. Und spätestens bei der Stadtmeisterschaft im Fußball, aber auch schon bei der Herbstfanfare oder dem Kinderfest des Fanfarenzugs am 1. Mai haben Zuschauer gemerkt, dass es gefährlich sein kann, auf den Zuschauertraversen Platz zu nehmen. Denn die fast verrotteten Holzauflagen sind lose und halten keiner Belastung mehr stand.
Was Meyer und Kunath den Politikern - Landtagsabgeordneter Ravindra Gujjula (SPD), Bürgermeister Hans Peter Thierfeld, Kämmerin Elke Stadeler, Fachbereichsleiterin Ordnung und Soziales Gudrun Wolf, Kreissportbund-Vorsitzendem und Linken-Fraktionsvize Dieter Schäfer und SPD-Ortsvereinsvorsitzendem Torsten Boger - klar machten: Ein Verein kann auf ehrenamtlicher Basis die unabdingbar anstehende Sanierung der Liegenschaft nicht schultern. Die schrittweise Erneuerung der Sanitäreinrichtungen und Zuschauertraversen wie auch die erwünschte Erweiterung um einen Nebenplatz müssten in den nächsten Jahren im Haushalt eingestellt werden. Das sah auch die Kämmerin so: "Wir müssen ähnlich wie beim SEP eine gewisse Kontinuität der Investitionen in Jahresscheiben auch hier erreichen", sagte Elke Stadeler und schlug vor, dazu die gesamte Liegenschaft beschlusstechnisch einzuarbeiten.
Bürgermeister Thierfeld begründete die Investitionsabstinenz der Stadt mit den seit 2001 defizitären Haushalten: "Jetzt müssen Zahlen auf den Tisch, damit wir fundiert und sachkundig über die weiteren Schritte beraten können." Leider sei Strausberg als Mittelzentrum in diesem Fall von den Förderrichtlinien benachteiligt. Landtagsabgeordneter Ravindra Gujjula will dennoch bei einem weiteren Gesprächstermin im Ministe­rium für Bildung, Jugend, Kultur und Sport Möglichkeiten erörtern. Zu einem ersten Gespräch hatte er die Strausberger Macher schon nach Potsdam geholt.
KSB-Vorsitzender Dieter Schäfer regte an, weitere Förderrichtungen auszuloten, auch für Maßnahmen zur Verbesserung der Energieeffizenz: "Wir müssen für kleinteilige Maßnahmen die Projekte fertig in der Schublade haben, falls unvorhergesehen Geld dafür bereitgestellt wird." Der Verein hat für vorbereitende Projekte schon Norbert Trenczek mit seinem Ingenieurbüro gewonnen. Deshalb wissen Meyer und Kunath auch, dass mit den jetzt im Nachtragshaushalt eingestellten Mitteln für die Regenentwässerung, Zufahrtserneuerung und Schachtabsenkung sowie Gebäudeunterhaltung das grundlegende Problem nicht gelöst wird.