Der Tätigkeitsbericht des in diesem Jahr installierten Rehfelder Energiemanagers war angekündigt. Auch eine Darstellung der Ziele und Projekte durch den Vorstand der Genossenschaft Rehfelde EigenEnergie, in der die Gemeinde eines von gegenwärtig 178 Mitgliedern ist.
Zunächst aber harrte der Zinndorfer Gemeindevertreter Torsten Franke (Für Rehfelde, Werder, Zinndorf) einer Antwort auf schriftliche Anfragen u. a. zu Wertverlust von Privatgrundstücken durch den nahen Windpark und wer für diese Schädigung aufkomme. Eine Antwort darauf werde es nicht geben, stellte Amtsdirektro Marco Böttche klar, zumal auch das rechtlich vorgeschriebene Prozedere sauber eingehalten worden sei.
Auf die Frage des Werderaner Ortsbeiratsvorsitzenden Frank Küchler nach Kenntnis von Planungen weiterer Windkraftanlagen entlang der Naturparkgrenze hieß es: keine eingeleiteten Verfahren, doch von Gesprächen habe man gehört.
Im Punkt Antworten auf offen gebliebene Fragen aus der Märzsitzung wurde der Ton einen Tick schärfer. Amtsdirektor Marco Böttche erklärte, dass er mit sofortiger Wirkung sein Amt im Aufsichtsrat der Genossenschaft Rehfelde EigenEnergie niederlege, worüber er das Gremium vorab auch informiert habe. Damit war er zugleich einer Frage des Ortsbeiratsvorsitzenden aus Werder zuvorgekommen, die auf einen möglichen Interessenkonflikt mit seiner Tätigkeit in der Verwaltung hinauslief. Für die bisherige Zeit wolle er das ausschließen, sagte Böttche.
Böttche war von der Gemeindevertretung einstimmig als Vertreter Rehfeldes in die Energiegenossenschaft gewählt worden und damals auch in den Aufsichtsrat. Solange der Gemeindevertreterbeschluss nicht aufgehoben werde, bleibe Böttche aber der Vertreter der Gemeinde in der Genossenschaft, machte Bürgermeister Reiner Donath deutlich, "wenngleich sich der Einfluss der Gemeinde mit dem Ausscheiden des Amtsdirektors aus dem Aufsichtsrat weiter reduziert".
Rein zeitlich gesehen, belegten die drei dem Ziel klimafreundliche und energieautarke Gemeinde zuzuordnenden Tagesordnungspunkte dann fast das kleinere Segment. Energiemanager Jens Lemme nannte in seinem Bericht Schwerpunkte, auf die er sich seit seinem Amtsantritt im Januar konzentriert. Grundlage dafür sei ein zusammen mit dem Arbeitskreis EigenEnergie entwickelter Arbeitsplan mit Jahresscheiben.
Für 2016 halten diese die Koordinierung der Turnhallensanierung fest. In den Ferien ist so, abgestimmt mit der Schule, die Fensterfront geplant. Überdies begleitet Lemme den Kita-Erweiterungsbau aus energetischer Sicht und ist im Gespräch mit dem Planer. Ein dritter Punkt ist die Straßenbeleuchtung. Der Energiemanager geht davon aus, dass durch den Ersatz alter Lampen die Gemeinde bis zu 12 000 Euro im Jahr einsparen kann, dafür aber auch mal etwa 25 000 Euro in die Hand genommen werden müssten - ein Thema für den Ortsentwicklungsausschuss.
Ist-Daten für das geplante Fifty-Fifty-Projekt Schule/Gemeinde zum Einsparen von Strom, Wasser, Müll seien erhoben, setzte Lemme fort. Im September könne mit je zwei Kindern aus Klasse 5 und 6 begonnen werden. Bereits im Juli startet eine Schulung der Hausmeister kommunaler Objekte, um über Zähler monatliche Verbräuche erfassen zu können.
Er habe auf ein Schriftstück gehofft, bekannte Patrick Gumpricht (Für Rehfelde, Werder, Zinndorf) nach dem flott vorgetragenen Bericht und hatte dann noch detailliertere Fragen. So zur Förderung bei Straßenbeleuchtungs-Erneuerung. Nur bei einer 70-prozentigen Einsparleistung sei eine 20-prozentige Förderung möglich, zeigte sich Lemme gewappnet.