Fokus auf Cybersicherheit
Den Start bei den Großinvestitionen (Gesamtkosten: 8,5 Millionen Euro) macht in diesem Jahr das Blockheizkraftwerk in Strausberg-Nord, dessen Gasmotoren erneuert werden und das zusätzlich einen neuen Leitstand erhält. "Er wird das Herzstück zur digitalen Überwachung und Steuerung unserer insgesamt drei Heizkraftwerke sowie weiterer dezentraler Erzeugeranlagen der Stadtwerke sein", sagt Elstermann. Der Leitstand soll in ein Netzwerk integriert sein, das auch den hohen Ansprüchen der Sicherheitstechnik genügt. "Die Stadtwerke gehören mit ihren gesellschaftlichen Basisdiensten der Strom- und Wärmeversorgung zu den kritischen Infrastrukturen", erklärt Elstermann. Cybersicherheit spiele eine große Rolle. Dem wolle man durch mehrere automatisierte Systeme Rechnung tragen, die sich im Notfall gegenseitig ersetzen könnten und entkoppelt sind von den klassischen IT- und Kommunikationssystemen.
Bei den Erzeugeranlagen werde auf die bewährte, umweltfreundliche Kraft-Wärme-Kopplung gesetzt, um einen entscheidenden Anteil bei der Umsetzung der Lokalen Agenda 2030 in ­Strausberg zu leisten. Hauptziele seien die Reduzierung der CO2-Emissionen bei der Erzeugung von Strom und Fernwärme um jährlich ein Prozent, die Erhöhung des Anteils der erneuerbaren Energien an der Fernwärmebereitstellung von sieben auf 23 Prozent und die Erhöhung der installierten Leistung der Photovoltaikanlagen.
Ein weiterer Meilenstein bei der Modernisierung ist das Heizkraftwerk in Strausberg-Vorstadt mit einer Investition von 2,6 Millionen Euro. Momentan arbeitet es noch mit Braunkohlestaub. In zwei Jahren soll es von einem mit Erdgas, eventuell auch Biomethan angetriebenen Kraftwerk abgelöst werden. Neben vielen Vorteilen wie der Erhöhung des Wirkungsgrades des Kraftwerks ist das für den Stadtwerkechef auch ein Beitrag zum Umweltschutz. "Die von den Stadtwerken produzierte Wärmeenergie wird bereits Ende 2022 kohlefrei sein und nicht erst 2038, wie von der Politik festgelegt."
Ein weiterer Fokus liegt auf der Digitalisierung. So ist geplant, bei Verbrauchern über 6000 Kilowattstunden pro Jahr die herkömmlichen Stromzähler in den kommenden sechs Jahren durch intelligente Messsysteme zu ersetzen. Die Übertragung der Verbrauchsdaten erfolge dann verschlüsselt über Funk oder Datennetze. Ein weiterer Teil der Digitalisierungsstrategie der Stadtwerke ist der Aufbau eines sogenannten LoRaWAN-Netzwerkes. LoRaWAN (Long Range Wide Area Network, übersetzt Weite-Strecken-Netzwerk) ermögliche eine energiesparende, unabhängige und zugleich kostengünstige Funkinfrastruktur zum Auslesen und zur Überwachung von Sensoren, Messtechniken und Steuerelementen,  sagt Elstermann. Mit der Stadt sei er in Gesprächen über mögliche Einsatzfelder dieser Technik. Schulen könnten zum Beispiel mit einer Sensorik ausgestattet werden, um deren Raumklima aus der Ferne zu überwachen und zugleich die Schüler an die moderne Technik heranzuführen. "Beim Aufbau dieser Funkinfrastruktur wollen wir Vorreiter in der Region sein", sagt er. Anwendungsfelder wie Parkraumüberwachung oder -bewirtschaftung gebe es viele.
Gerade im Aufbau befindet sich auch eine Plattform, auf der Kunden sich über Produkte und Dienstleistungen der Stadtwerke informieren können – vom Strom über Ladepunkte bis zum Thema Hausanschlüsse. Die auf der Internetseite der Stadtwerke integrierte Plattform soll im Sommer online gehen. Deutlich nachlegen will Elstermann beim Ausbau der Ladesäuleninfrastruktur. Derzeit gibt es in Strausberg sechs öffentliche Ladepunkte. Auch bei diesem Thema möchten die Stadtwerke mit der Stadt noch enger zusammenarbeiten. Aber der  Schwerpunkt liege schon auf Privat- und Gewerbekunden. "Die Nachfrage ist da."