Auf dem Tisch lag dabei eine Mitteilungsvorlage aus der Verwaltung. Sie listet die Maßnahmen auf, die zum Einzugsgebiet rund um die Ernst-Thälmann-Straße in der Folge der Starkregenereignisse 2017 in den zurückliegenden Monaten schon erfolgt oder in der nächsten Zeit noch zur Abarbeitung konkret geplant sind. Mit dem Papier, erklärte einführend der amtierende Fachbereichsleiter Udo Rößler, sollten „unterschiedliche Wissensstände zusammengeführt“ werden, um zu einem einheitlichen Sachstand zu kommen.
2018 ging es vor allem um Sofortmaßnahmen wie die Erhöhung von Einlaufgittern (speziell in der Schulstraße), damit diese nicht durch Laub und anderes Schwemmgut zugesetzt werden. Eine Linienentwässerung im Bordstein vor den Grundstücken Eisenbahnstraße 15 bis 17 auf 40 Metern Länge entlaste gerade den dortigen Kanal, und eine Schwelle quer über die Fahrbahn im Bereich Wolterstraße/Annenstraße lenkt in jenem Sektor zulaufende Ströme von Oberflächenwasser um. Die größte Einzelmaßnahme ist der Einbau der Kiesrigole auf dem Platz der Republik im vergangenen Oktober/November, die in der Lage ist, bis zu 190 Kubikmeter Regenwasser aufzunehmen.
Eine ähnliche Rigole ist im Bereich Bahnhofsvorplatz vorgesehen, eingebunden in ein Gesamtsystem mit einer Überlaufleitung zurück auf den Kanal Eisenbahnstraße und einer Reinigungsanlage in Form eines Absetzschachtes. Dazu werden demnächst ebenso eine Machbarkeitsstudie und Vorplanung erstellt wie zum Einbau eines Regenwasserkanals in Schul- und Gartenstraße. In diesem Zusammenhang soll auch die Fahrbahn mit vorhandenem Material neu gepflastert werden. Derzeit, so Rößler, „diskutieren wir zur Gartenstraße noch, ob wir das alte Pflaster behalten wollen“.
Wie der Rathausmitarbeiter auf Nachfragen im Ausschuss ankündigte, soll die Straßenbefestigung in Neuenhagen 2021 abgeschlossen sein, seit der Wende wurden dann rund 40 Kilometer befestigt. Für den Ausbau der Ernst-Thälmann-Straße sei erst 2020/21 die Planung vorgesehen. Generell wäre der gesamte Katalog an Maßnahmen auch nicht ohne enge Abstimmung mit den Partnern möglich – also Wasserverband und Landesbetrieb.
Gerade auf Letzteren etwas mehr Druck zu machen, forderte Dagmar Schultz (Die Parteilosen): „Wir müssen die Hauptstraße einbeziehen. Wenn da kein Kanal kommt, kriegen wir die anderen Straßen nicht ordentlich entwässert.“ Ein Ampelsystem für die Häufigkeit der Prüfungen der Regenwasser-einläufe regte Wilfried Düsterhöft (SPD) an. Und völlig einig sind sich Ausschuss und Verwaltung, dass die Versickerung auf den Grundstücken besser überwacht werden müsse. Die große Einwohnerversammlung voriges Jahr, betonte Rößler, habe bereits viele Eigentümer für das Problem sensibilisiert.