Man habe das Einzigartige, Besondere der Wende- und Nachwendezeit bleibend ins Gedächtnis rücken wollen, äußerte Klein bei der Premiere. So könne man speziell der jungen Generation vermitteln, "was wir gemacht haben", könne die Integration der Bürger und Soldaten ins neue System beschreiben. Außerdem "fehlte noch was", nachdem die Entwicklung bis 1990 bereits aufgearbeitet war.
20 Autoren, einstige Angehörige der Nationalen Volksarmee und Beamte der Bundeswehr, von Verwaltungen und Behörden, der städtischen Wirtschaft und Vereinen, schildern in dem Buch ihre auf dem Weg in die Deutsche Einheit gewonnenen Erlebnisse und Erfahrungen. Es sollte kein ideologisches Werk und vorsichtig mit Polemik umgegangen werden, erklärte Klein. Vielmehr wollte man mit Episoden Geschichte erzählen lassen.
Unter anderem äußern sich Staatssekretär a. D. Werner E. Ablaß, Altbürgermeister Jürgen Schmitz, Stadtwerke-Chef Andreas Gagel, die früheren Vorsitzenden der Stadtverordnetenversammlung Cornelia Stark und Ulrich Korn, Dieter Kartmann, Klaus Eckert, Helmut Putzger, Rolf Apel oder Peter Steurich. Dieter Zobel vom KSC beschreibt die Partnerschaft zwischen Stadt und Armee in Sport und Kultur, Gert Müller seinen Weg vom Offizier zum staatlich geprüften Betriebswirt mit Arbeitsplatz in der Steremat-Beschäftigungsgesellschaft.
Bundeswehroberst a. D. Odenthal selbst nimmt sich Entscheidungen zur Stationierung von Bundeswehrdienststellen in Strausberg an. Denn eigentlich sollte die Stadt kein Streitkräfte-Standort werden, berichtete er bei der Buchpremiere. Nur durch das Geschick damaliger Verhandlungsführer und durch Experten vor Ort sei verhindert worden, dass Strausberg ein sozialer Brennpunkt in Deutschland wird. Bisweilen hätten sich Beteiligte dabei auch am Rande der Gesetzlichkeit bewegt.
Bürgermeisterin Elke Stadeler würdigte die in der Reihe Strausberger Studien zur Geschichte aufgelegte Schrift als etwas Bleibendes zum Jubiläum 300 Jahre Militär in Strausberg. Auch heute habe jeder, der in der Stadt lebt, Berührungspunkte zur Armee.
Einige Autoren werden bei folgenden Veranstaltungen zu der noch bis März 2015 laufenden Sonderausstellung im Museum mit Interessierten ins Gespräch kommen. Zugesagt hat zum Beispiel Werner E. Ablaß.