Zumindest das größte Festzelt weit und breit haben die Reichenower. Das ganze Festplatz-Panorama mit eben diesem, einst aus Zirkusbeständen stammenden Stück sowie mehreren kleinen Zelten aufzubauen, dauert insgesamt fast eine Woche, wie Bürgermeister Wolf-Dieter Hickstein zur Begrüßung der Festgäste erwähnte. Zumal auch die Verankerungen dem Anlass entsprechend geschmückt sind. Der größte Schmuck im Innern ist allerdings die an zentraler Stelle über der Bühne hängende Erntekrone, die einige Tage zuvor in gemeinschaftlicher Arbeit gefertigt wurde. Ein Stück dörflicher Traditionspflege, so wie das gesamte Erntefest.
Das lockte – nicht nur wegen der leckeren Blechkuchen der Frauen des MöHRe-Vereins, die am Vortag extra noch intensiv den Backofen an ihrem Domizil genutzt hatten – neben der eigenen Einwohnerschaft auch zahlreiche Besucher umliegender Orte an. Ob aus Sternebeck oder Frankenfelde – viele alte Bekannte aus der Nachbarschaft lagen sich da zur Begrüßung in den Armen. Und der eine oder andere mit ein paar Kilometer extra Anreiseweg war zu Anfang auch schon auf seinem Gefährt im Umzug mitgerollt.
Der schaffte es diesmal, die beiden Fahrzeuge der örtlichen Feuerwehr flankierend vorneweg und am Ende eingerechnet, auf insgesamt 28. Das liegt nur knapp unter den Höchstmarken vergangener Jahre.
Alle, die aktiv dabei waren, hatten ihre fahrbaren Untersätze jedenfalls mit Liebe und Kreativität herausgeputzt. "Anglerglück Reichenow" tuckerte da ebenso mit wie die Jäger, die zudem später Wildschwein zur Versorgung beisteuerten. Neben Burger und Bratwurst der Bäckerei Höhne, den ebenfalls deftigen Angeboten von Familie Eilers aus dem Schloss, Bier und mehr von Bodo Lilienkamp und Team des "Märkischen Reiterhofs" aus Schulzendorf sowie dem schon erwähnten Kuchenbuffet und dem Eiswagen von Muderacks aus Harnekop eine breite kulinarische Palette, damit beim Konzert des Tanz- und Blasorchesters Schulzendorf (TBOS) niemandem der Magen knurrte. Die musikalischen Akteure stimmten neben der einst von Mitbegründer Willi Leue geschriebenen TBOS-Hymne ganz dem Gastspiel-Anlass gemäß auch den "Bauernmarsch" und die "Erntepolka" an.
Karnevalistische Tanzeinlagen
In der Pause hatten die Fünkchen vom Karnevalsverein HSCC ihren Auftritt, wirbelten zu ihrem Cowboytanz über die Bühne. Noch sind sie ja die Jüngsten im Verein, doch bald soll es eine weitere Nachwuchstruppe geben. Ulknudel Erna Schramm durfte auch nicht fehlen, und im Abendprogramm wechselten sich weitere HSCC-Formationen und Mitstreiter vom Wriezener WCC ab. Langweilig wurde es in der Zwischenzeit auch nicht für die Kinder, die unter anderem die Hüpfburg eifrig nutzten oder sich schminken ließen. Zudem standen für alle Festgäste die meisten der bunten Trecker und Wagen vom Umzug noch länger zum Bewundern auf dem Platz.