Die Doppeldörfler konnten auch spezielle Wünsche einbringen. So wurde der Löschtankinhalt auf 2200 Liter verkleinert, damit eine Tragkraftspritze Platz hat. Klappbare Trittflächen erleichtern das Entnehmen der Geräte, und dank "Hygienebord" - einem ausklappbaren Waschplatz - müssen die Feuerwehrleute nicht mehr mit schwarzen Händen und Gesichtern von Einsätzen zurückkehren.
Dennoch sei das Auto "kein Spielzeug für die Feuerwehr", sondern ein Plus für die Sicherheit der Einwohner, stellte Gemeindebrandmeister Hans-Dieter Kandzia klar, der den symbolischen Schlüssel von Bürgermeister Olaf Borchardt entgegennahm und sogleich an Wehrführer Ralf Gastegger weiterreichte. Der wiederum übergab ihn an Pascal Herrmann, der am Steuer sitzen wird. Er gab Interessierten nach der showreif inszenierten Enthüllung fachkundige Erläuterungen zu der Neuerwerbung, die im Brandfall aus Eggersdorf zuerst zur Einsatzstelle geschickt wird. Auch eine Reihe von Nachbarn ließ sich übrigens ins Bild setzen, was die Gastgeber erfreut zur Kenntnis nahmen.
Das neue LF ersetzt einen 1990 erworbenen Vorgänger. "Wir schmeißen das erste West-Auto weg", formuliert Kandzia. Fahrzeuge dieses Typs, technologisch seinerzeit nicht mehr auf dem allerneusten Stand, seien damals dem Osten vom Bund zur Verfügung gestellt worden. Der Wagen sei zwar in den Jahren kaum mehr als 40 000 Kilometer gelaufen, in Ordnung und habe zuverlässig seine Dienste getan, zum Beispiel bei Hochwassereinsätzen an Elbe und Oder, aber es gibt nach Aussagen der Wehrführung mittlerweile keine Teile mehr. Insofern könne man es Wehren in der Umgebung nicht wirklich als Alternative anbieten, auch wenn es meistbietend versteigert werden soll.
Mit dem neuen Auto seien im Doppeldorf nunmehr alle Hersteller und Fahrgestelle vertreten. "Da kann keiner sagen, hier lässt sich jemand bestechen", witzelte Kandzia. Und gab der Hoffnung Ausdruck, dass es wieder lange halten möge und vor allem die Feuerwehrleute damit "immer gesund zurückkommen".
Die Freiwillige Feuerwehr Eggersdorf zählt derzeit knapp 40 Mitglieder, 26 sind bei Einsätzen aktiv. Die Doppeldörfler gehören zum Stützpunkt Strausberg, decken das Gebiet vom Tasdorfer Kreisel (Umgehungsstraße) bis Abzweig Strausberg-Elefantenpfuhl und Radebrück ab.