"Wie lange soll dieser Unsinn zu Lasten des Fahrradverkehrs noch weitergehen?", fragt der Hönower nach dem MOZ-Beitrag über die geplante Sanierung des Weges entlang der Thälmannstraße. Insbesondere die vorgesehene Verwendung von Betonsteinpflaster geht dem aktiven Radler gegen den Strich. Fahrradfreundliche Städte schrieben Asphalt in Straßenqualität vor, bemerkt er, kritisiert aber auch unkonkrete Vorgaben im Straßengesetz des Landes.
Koch verweist darauf, dass gefaste Betonsteine, insbesondere in Längsrichtung verlegt, ein Fahrgefühl "wie auf Eiern" vermittelten und mit Spurrinnen vergleichbar seien. Meist werde Längsausrichtung gewählt, weil Pflaster so auch maschinell verlegt werden könnte und dann etwas günstiger zu haben sei. Nach seinen Erfahrungen sei indes Pflasterbelag um etwa die Hälfte teurer als Asphalt. Und mit Kanälen unter dem Weg müsse für potenzielle Arbeiten an Leitungen nur punktuell aufgerissen werden. Ansonsten rechne man bei Asphalt mit einer Haltbarkeitsdauer von zehn Jahren.
Generell bot Koch der Stadt eine "Nachschulung" in Sachen Mobilität an, denn den Glauben, man sei hier fahrradfreundlich, könne er nicht teilen. Schließlich führten mehrere Radrouten auf Strecken entlang, die Touristen geradezu abschreckten. Als Beispiele nannte er den "gerade mal wieder neuen Holpermist in der Großen Straße" oder auch die weiterhin unbefestigte Uferpromenade am Straussee, über die die Tour Brandenburg, der mit 1111 Kilometern längste Radfernweg Deutschlands, führt. Ohnehin seien Wege an Hauptverkehrsstraßen bei Erholungsuchenden nicht die erste Wahl.
Dabei sei Strausberg "eigentlich eine tolle Stadt", bescheinigte er, könnte durchaus mehr Leute aus der nahen Großstadt anlocken, zum Beispiel mit einem "Wohlfühlweg" von der Fähre über Spitzmühle. Für die Stadt selbst ließe sich mehr Aufenthaltsqualität erreichen, denn jede Stelle sei in fünf bis zehn Minuten mit dem Rad erreichbar. Trotz vier S-Bahn-Stationen für gut 25 000 Einwohner, Umgehungsstraße und im Vergleich "unterdurchschnittlichen Kfz-Besitz" werde aber ein Autoproblem wahrgenommen. Eigentlich sei hier keine Benutzungspflicht für Radwege zu begründen. In Berlin sei Radeln auf der Straße der Normalzustand. Dort gebe es inzwischen etliche Kilometer Radspuren auf Fahrbahnen.
Er könne aber auch nachvollziehen, dass sich Radler auf einem eigenen Weg wohler fühlten. Innerorts seien nach seiner Kenntnis aber keine Radwege mit Zwei-Richtungs-Verkehr mehr erlaubt.
Nachdem Strausberg in Kürze eine Verdopplung des S-Bahn-Verkehrs "geschenkt bekomme", stehe eine Feinverteilung vom Bahnhof auf der Agenda. Insbesondere würden mehr Radabstellanlagen benötigt. Aber nicht "Felgenkiller", die Metall-Doppelstreben am Boden, sondern die großen Bügel.