Wenigstens hatte Strausberg diesmal die nötige Resonanz gefunden, um überhaupt in die Wertung zu kommen. 119 Personen hatten den Fragebogen auf der Internetseite des ADFC ausgefüllt. Mehr Rücklauf kam in der Größenklasse nur aus Oranienburg, Eberswalde und Falkensee. Beim vorigen Test im Jahr 2014 hatte Strausberg die Mindestteilnehmerzahl 50 nicht erreicht.
Bei dem Fahrradklimatest sollen Alltagsexperten einschätzen, ob Radfahren in ihrer Stadt Spaß oder Stress macht, die Fahrradfreundlichkeit der Stadt bewerten und so Politik und Verwaltung eine Rückmeldung geben.
Note 3,2 bei der Frage Spaß oder Stress heißt, die Mehrheit der Radler in Strausberg fühlt sich offenbar eher genervt. Besonders bemängelt wird das Fehlen von öffentlichen Leihrädern. Hierfür gab es die schlechteste Note: 4,9. Eher dürftig sieht es nach der Beurteilung der Teilnehmer auch mit der Führung des Radverkehrs an Baustellen aus (4,8), mit der Werbung fürs Radfahren (4,7) und dem Fahren im Mischverkehr mit Kraftfahrzeugen (4,5). Ebenfalls kritisch gesehen wurden der Komfort beim Radfahren (4,2), die Gefahr des Fahrraddiebstahls (4,1) sowie Sicherheit und Fahrradförderung in jüngster Zeit (jeweils 4,0).
Die Rad-Infrastruktur wurde mit 3,4 bewertet, Erreichbarkeit des Stadtzentrums und die Möglichkeit zum zügigen Radfahren jeweils mit 2,9. Positiv beurteilten die Teilnehmer, dass sich in Strausberg alle Altersgruppen in den Sattel schwingen können (2,5).
Müncheberg findet sich ein Stück vor Strausberg auf Platz 180 in der Bundesliste, im Land auf Rang 16. Auch dort wurde die Gesamtnote 3,8 vergeben.