Wie komme ich zu meinem persönlichen Stammbaum? Wer waren eigentlich meine Ahnen? Solche Fragen rücken in Familien vor allem dann ins Blickfeld, wenn deren Mitglieder älter werden. Wie Antworten zu finden sind, darum drehte sich der zweite Abend der Reihe „Im Dialog“.
Du musst unendlich viel Geduld haben. Sei dir bewusst, dass du nicht der einzige Inhaber deines Namens bist. Befasse dich mit der Geschichte der Region, in der deine Familie lebte. Solche und weitere Tipps hatte Gerhard Schwarz parat, um interessierten Rehfeldern den Weg zur eigenen Ahnentafel zu bereiten.
Familienforschung sei in letzter Zeit in Mode gekommen, meinte Schwarz, der zusammen mit seiner Frau Erika mehrere nachgefragte populärwissenschaftliche Werke zur Historie seines Wohnortes Rehfelde publiziert hat. Die Erfahrungen, die die promovierte Historikerin dazu einbringen kann, und wertvolle Empfehlungen zum praktischen Vorgehen vermittelte das Ehepaar jetzt im zweiten Gespräch der kommunalen Veranstaltungsreihe „Im Dialog“, herzlich begrüßt von der stellvertretenden Bürgermeisterin Heidi Mora.
Den gut 40 Teilnehmern dieser Runde im Bürgersaal führte Gerhard Schwarz am Mittwoch  – unterlegt von einer Power-Point-Präsentation – Schritt für Schritt vor, wie der  geneigte Laie in Sachen Familienforschung zu gesicherten Daten gelangen kann. Welche Stellen für Auskünfte kontaktiert werden können, dass erwünschte Antworten oft erst nach langem Warten oder gar nicht eintrudeln, dass diese natürlich Geld kosten, was für Fallen und Hürden sich zwischenzeitlich ergeben können – zu all dem gab es ausführliche Erläuterungen.
Von erheblichem Vorteil ist es, sich dabei mit der Regionalgeschichte zu befassen. Erst durch die Kolonisation des Oderbruchs durch Friedrich II. beispielsweise sei die Familie Firchow nach Rehfelde gekommen, legte Gerhard Schwarz dar. Auch das Hinterfragen der Familiennamen gehöre zur Ahnenforschung. Der Rehfelder Name Haube resultiere keinesfalls aus der zunächst anzunehmenden Kopfbedeckung, sondern komme von Hufe, der früheren Ackerstückbezeichnung. Der Nachname Huth bzw. Hutmacher ist hingegen mit huten oder hüten in Verbindung zu bringen. Das Deutsche Wörterbuch der Gebrüder Grimm könne dazu ein hilfreicher Begleiter sein, meinte der Rehfelder.
Ebenso schadet es keinesfalls, sich mit der einst üblichen Schrift zu beschäftigen. Während Gedrucktes noch lesbar sei, erweise sich Handschriftliches als viel schwieriger, zeigte Schwarz am Beispiel alter Dokumente. Solche gehören zu wichtigen Grundlagen für die Familienforschung. Stellen doch Kirchen-, Grund-, Gedenkbücher und vor allem akribisch geführte alte Steuerverzeichnisse wertvolle Quellen dar. Die Liste der 1799 taxierten Hagelschäden am Sommergetreide von Rehfelder Bauern und Namen wie Elsholz oder Grabert belegten, wie aufschlussreich solche Dokumente sein können.
Einfaches und unabhängiges Computerprogramm besorgen, von der Gegenwart zur Vergangenheit arbeiten, für jede Person mindestens eine Karteikarte anlegen ... Wer Fragen hat, wende sich an die Geschichtswerkstatt.