„Zu Hause ist es doch am schönsten“ – das war der Leitgedanke der Rüdersdorfer Karnevalisten, die nun wieder im Kulturhaus feiern können. Zur ersten Abendveranstaltung am Sonnabend war der Saal voll, auch dank mehr Gästen befreundeter Vereine als wohl jemals zuvor.
Endlich wieder zurück an der altbewährten Heimstatt. Das wurde mehrfach direkt ausgesprochen bei den Redebeiträgen und war auch so etwas wie die zentrale Botschaft eines Abends, der sich mit dem offiziellen Programm zudem besonders lange hinzog: Bis halb eins hatte das Publikum jede Menge Spaß mit den Darbietungen der Gastgeber von der RKG, bevor dann natürlich noch die Tanzfläche allen gehörte.
Schon Präsidentin Petra Fleischer dankte den anderen Vereinen, die den Rüdersdorfern, als vor einem Jahr das Kulturhaus baubedingt geschlossen war, nicht nur Zuspruch zuteil werden ließen, sondern teilweise ganz konkret „Asyl“ boten. Zumindest die eine oder andere Nummer musste damit nicht ganz ausfallen: „Wir sind eben eine große Familie!“
RKG-Karneval im Rüdersdorfer Kulturhaus

Bildergalerie RKG-Karneval im Rüdersdorfer Kulturhaus

Apropos Nachwuchs – um den ist es bei den Rüdersdorfern generell ganz gut bestellt. Zwar war die Juniorengarde beim Auftritt zum Einstieg ins Finale der laufenden Session ferienbedingt ein wenig dezimiert. Das tat einer reifen Leistung auf der Tanzfläche beim Garde- wie beim Showtanz „Sommer, Sonne, Strand und Meer“ aber keinerlei Abbruch. Und auch die Jüngsten des Vereins, die Jugend-Formation, brillierte in gleicher Weise. In diesem Fall liefen die Mädels beim Show-Act diesmal als Cheerleader auf.
Zu welcher Perfektion man bei jahrelangem weiteren Training gelangen kann, zeigte die Aktive Garde, deren Mitglieder zudem zwei weitere Auftritte bereithielten und sich damit öfter als jede andere Formation verausgabte – samt Erfüllung der lautstarken Zugabe-Wünsche. Mit Spezialeffekten gewürzt war der grandiose Finalauftritt der jungen Damen, die zuvor noch eine tänzerische Reise in die Neunzigerjahre angetreten hatten.
Kaum minder als beim krönenden Programmabschluss der Gardetänzerinnen tobte das Pub­likum übrigens kurz zuvor, als das Männerballett in Aktion trat – und die versammelte Abendgesellschaft auf mitreißende Weise in den Wilden Westen entführte. Mit weiblicher Ergänzung hatten die Männer an früherer Stelle auch schon ihren ebenso gelungenen Prinzen-Tanz aufgeführt, und auch die Ladydancer und ihre Boys zum Thema „Schlager, Schlager, Schlager“ erhielten Beifallsstürme.
Eine echte Bütt abseits der Reden der Prinzenpaare darf bei der RKG nicht fehlen, und so schlüpfte Melanie Fleischer noch einmal in die Rolle der (nun arbeitslosen) Air-Berlin-Stewardess, die da so von allerlei Erlebnissen zu erzählen hatte – ein Beitrag, der nicht nur die Lachmuskeln reizte, sondern auch an vielen Stellen gesellschaftlich kritischen Tiefgang hatte. Aktuelle Verwerfungen der Politik nahmen wieder die „Rumfordser“ aufs Korn, und wem dieser Auftritt des eingespielten Duos Steffen Mancke (im Nebenjob Vereinschef) und Andreas Golyssa im ersten Programmteil noch nicht gereicht hatte, der konnte die beiden in anderer Aufmachung noch zu Szenen einer Ehe beim Sketch erleben.
Wenn schon so viele Gastvereine mit den Saal am Kalkberger Platz bevölkerten, wollten die Rüdersdorfer bei der Anwesenheit einiger spezieller Talente auf deren Einbindung nicht verzichten: Die Berliner „Champs“ rockten dann kurz vor Schluss mit einigen Stimmungshits ebenfalls noch das Kulturhaus, in dem nun wieder närrischer Frohsinn herrscht.