"Viel Spaß, es wird toll", verkündete Bürgermeisterin Elke Stadeler aus dem Landauer an der Spitze des Umzuges immer wieder in Richtung Publikum. Sie sollte Recht behalten. Was Vereine, Schulen, Kita, Firmen und Bürger manchmal binnen weniger Wochen, zumeist aber in monatelanger Vorbereitungszeit auf die Beine gestellt hatten, konnte sich sehen lassen. Die Schätzung von Regisseur André Nicke, es könnten gut und gerne drei Stunden werden, traf voll zu.
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Nicke führte als Friedrich der Große mit der Bürgermeisterin den Zug an und stellte später am Markt, wo die meisten Zuschauer das Geschehen verfolgten, die Bilder und Akteure vor. Der Alte Fritz, der nach Überlieferungen mit dem "Lumpennest" Strausberg noch eine Rechnung offen hatte, weil er bei einem Besuch fast ausgeräuchert worden war, zeigte sich am Ende und versöhnt und zugleich überwältigt von der Resonanz auf und neben der Straße. Nach Schätzungen von Polizei und Stadtverwaltung sollen zwischen 15 000 und 20 000 Menschen das Defilee in der Innenstadt begleitet haben.
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Überall war während und nach dem Umzug Begeisterung zu hören und zu spüren. "Für Strausberg sensationell", äußerte beispielsweise der Ex-Einwohner Holger Zeiger, der sich mit manchen Ideen an der Einwohnerschaft die Zähne ausgebissen hatte. Auch andere staunten über die aktivierten Massen. Ein Stadtverordneter schlussfolgerte sogleich: "Die Leute wollen das." Von Betroffenen gelobt wurde die eigens für Behinderte freigehaltenen Plätze zwischen Predigerstraße und Stadt-Apotheke. Und bisweilen wurde auch schon eine Anerkennung für die Arbeit der vielen "Unsichtbaren" im Hintergrund laut, die zum Gelingen beigetragen haben. Da hatte selbst der Wettergott ein Einsehen, der manchem Punkt der Festwoche - speziell dem Tag des Kindes - übel mitgespielt hatte. Er ließ es trocken bis zum Finale mit dem Weltmeister-Fanfarenzug am Markt.
Gleich mehrere mächtige Schütten bekam hingegen das anschließende Flugplatzfest ab. Dennoch tummelten sich auch dort Hunderte, ließen sich von Flugvorführungen beeindrucken, erlebten Modenschau oder die Konzerte von Stefanie Kurpisch und Peter Schilling am Abend mit, schauten sich den Tower an oder schlenderten einfach über das Gelände.
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Am Sonntag wurde die Festwoche in der Marienkirche mit einem Ökumenischen Gottesdienst beendet. Fast zeitgleich war der Flugplatz dann das Ziel des am Strausberger Platz gestarteten Strausberg-Marathons, von Halbmarathon aus Neuenhagen und 7,75-Kilometer-Stadtlauf ab Handelscentrum sowie Start und Ziel vom Kinderlauf. Am Nachmittag konnte bei Musik und mehr weiter gefeiert werden.
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Bereits am Freitagabend zum Lichterfest war die Stadt voll wie sonst nur am 3. Oktober. Bei derartigen Menschenmengen hätten vermutlich auch die Gewerbetreibenden Spaß an einer Fußgängerzone in der Großen Straße, die es laut Friedrichs Blick in die Glaskugel vielleicht zur 800-Jahr-Feier geben soll ...
An die 20 000 Menschen waren beim Festumzug zum 775. Stadtjubiläum dabei