"So kann man auch eine Woche harter Trainingsarbeit kaputt machen. Und nicht nur das, teilweise ging es weit über das Erlaubte, was den Körpereinsatz betrifft, hinaus", schimpfte Strausbergs Trainer Helmut Fritz nach dem Spiel und richtete seinen Ärger vor allem in Richtung Schiedsrichter Martin Schwemin.
Und seinen Unmut kann man durchaus verstehen, denn drei Gelbe und zwei Rot-Gelbe Karten gegen die bis zum 20. Spieltag fairste Mannschaft (Fairnesstabelle) der Liga ...
Malchows Trainer Christopher Stoll verteidigte die Spielweise seiner Männer und sagte später: "In der Oberliga gibt es eben nicht die Filigrantechniker wie in der 1. der 2. Bundesliga. Auch wir mussten uns an die körperliche Härte gewöhnen. Für uns geht es um den Verbleib in der Oberliga."
Der FC Strausberg hätte es jedoch gar nicht so weit kommen lassen müssen. Gleich nach 40 Sekunden hatte Christopher Lichtnow eine ganz große Möglichkeit. Torhüter Paul Kornfeld reagierte großartig und rief seinen Männer zu: "Wacht auf!". Die Botschaft kam nicht an, denn in der 4. Minute ließen ihn seine Vorderleute allein und Alexander Rahmig brachte Strausberg in Führung. Also endlich wieder ein erfolgreicher FC Strausberg?
Oliver Mertins wusste sich in der 20. Minute nicht anders zu helfen, als seinen Gegenspieler Nikolaos Makridis per Foulspiel zu stoppen. Den Elfer verwandelte Romeo Muadi Ngonge sicher. Strausberg erholte sich irgendwie nicht mehr von diesem Rückschlag. Die Gäste gingen sogar noch in Führung. Ein Geschenk der Strausberger, denn die Abwehr war nicht im Bilde. Torschütze war erneut Romeo Muadi Ngonge.
Den schönsten Spielzug sahen die 183 zahlenden Zuschauer aber in der 26. Minute. Flanke von Lichtnow in die Mitte auf Tobias Wolfram, der auf Sirko Neumann ablegte. Neumann hämmerte den Ball aus gut 18 Metern um Zentimeter am Malchower Tor vorbei.
Neben den gelungenen Aktionen gab es aber immer wieder kleinere Foulspiele und Nicklichkeiten. So musste zum Beispiel Martin Wunderlich nach einem bösen Ellenbogencheck in der 26. Minute ausgewechselt werden.
Die zweite Halbzeit begann mit einem deutlich schwungvolleren FC Strausberg, was dann aber noch mehr Körpereinsatz zur Folge hatte. Schiri Schwemin war nicht in der Lage, das Spiel zu beruhigen und verteilte insgesamt acht Gelbe Karten. Die Gelb-Roten Karten gab es für ein eher harmloses Foul von Ringo Kretzschmar und eine weitere für Oliver Mertins. Als in den Schlussminuten die gesamte Strausberger Mannschaft den Malchower Strafraum belagerte, konnte Abel Dekar Gebor im Konter das 3:1 erzielen.
FC Strausberg: Ewest - Mertins, Anton, Wenzel, Ilausky - Lichtnow, Wunderlich (26. Bolte), Neumann, Wolfram - Kretzschmar, Rahmig
Tore: 1:0 (4.) Rahmig, 1:1 (9.) Ngonge /Fouelfmeter, 1:2 (20.) Ngonge, 1:3 90+2 Gebor, Zuschauer: 183