"Betrachtet man den Spielverlauf genauer, ist das zu wenig", sagte Strausbergs Trainer Steve Georges. "Leider hat uns ein wenig Glück gefehlt, sonst wären wir der Sieger der Partie gewesen."
Die Strausberger mussten gleich drei Stammkräfte ersetzen. Kapitän Sirko Neumann, Sturmspitze Ringo Kretzschmar und Innenverteidiger Pablo Iles Cruz waren gesperrt und dann noch das: Nach 30 Sekunden musste Benedikt Bundschuh vom Platz. Nach einem Pferdekuss konnte der Strausberger Offensivspieler nicht mehr weitermachen. Für ihn kam nach langer Pause Martin Wunderlich.
Die Strausberger waren sichtlich geschockt, mussten sich neu sortieren und der Gastgeber selbst konnte sich in der Anfangsviertelstunde ein deutliches Übergewicht erspielen. Meist ging es mit langen Bällen, um die groß gewachsenen Stürmer zu bedienen.
So fiel auch der Führungstreffer der Malchower. Ein langer Ball in die Strausberger Hälfte und Awoundza Etogo Essama konnte zum 1:0 einschießen (20.). Doch die Moral bei den Strausbergern stimmt derzeit und praktisch im Gegenzug gelang der Ausgleich. Nach einem Freistoß von Tim Bolte war Tobias Lindner mit dem Kopf zur Stelle und konnte Malchows Torhüter Paul-Friedrich Kornfeld überwinden (21.). Strausberg hatte bis zur Halbzeit eine ganz starke Phase und bestimmte deutlich das Spiel. Kurz vor dem Halbzeitpfiff gingen die Strausberger völlig verdient in Führung. Nach schöner Kombination wurde Martin Wunderlich im Malchower Strafraum von den Beinen geholt. Schiedsrichterin Inka Müller-Schmäh zeigte sofort auf den Punkt. Linksfuß Tobias Wolfram vollstreckte zur 2:1-Halbzeitführung.
Fast wie im Spiel der Vorwoche gegen Optik Rathenow hatte der FCS auch die erste große Chance nach dem Seitenwechsel. Diesmal verpasste Lindner mit einem Volleyschuss aus Nahdistanz. Der Ball flog knapp über die Malchower Querlatte.
Das Spiel wurde im weiteren Verlauf immer hektischer. Malchow verfiel wieder in das Muster der Anfangsphase und versuchte mit weiten Bällen die Strausberger Abwehr zu knacken. So fiel in der 72. Minute dann der erneute Ausgleich. Wieder war Awoundza Etogo Essama zur Stelle, der aus einem Gefühl im Strausberger Strafraum heraus einschießen konnte.
Doch Strausberg ging noch mal in Führung. Lindner, der eine ganz starke Partie machte, kam über links und schoss das 3:2 für seine Mannschaft (74.). Damit allerdings war das Spiel immer noch nicht entschieden. Was den Strausbergern momentan ein wenig fehlt, ist Glück. Bitter wurde die 75. Minute. Es gab Freistoß für Malchow. Inka Müller-Schmäh gab das Spiel per Pfiff frei. Und während der Ball in den Strausberger Strafraum flog, ertönte erneut ein Pfiff. Alle dachten, die Schiedsrichterin hätte das Spiel erneut unterbrochen und auf Wiederholung des Freistoßes entschieden. Später betonte sie ausdrücklich, sie hätte nicht ein zweites Mal gepfiffen. Der Malchower Kevin Blumentahl ließ sich von der Verwirrung nicht beeindrucken und schoss zum 3:3 ein. Torhüter Timo Hampf konnte das Tor nicht verhindern.
"Es hätte eigentlich ein rundum schöner Ausflug werden können. Das Wetter war prächtig, der Platz in Malchow sehr gut zu bespielen ... Wenn man auswärts drei Tore schießt, muss man eigentlich das Spiel auch gewinnen. Allerdings muss ich auch meine Männer loben. Bedingt durch die zahlreichen Ausfälle muss man mit dem Punkt- gewinn auch ein wenig zufrieden sein", sagte Steve Georges.
Seine Sorgenfalten werden allerdings bestimmt nicht weniger. Im nächsten Spiel am Sonntag gegen den Brandenburger SC Süd muss er Tom Hagel und Tobias Lindner ersetzen. Beide sind aufgrund fünfter Gelber Karten gesperrt.
FC Strausberg: Hampf - Yehia (56. Krause), Wenzel, Anton, Mertins - Wolfram, Bolte, Hegel, Reichel - Bundschuh (1. Wunderlich), Lindner
Tore: 1:0 Awoundza Etogo Essama (20.), 1:1 Tobias Lindner (21.), 1:2 Tobias Wolfram (42. Foulelfmeter), 2:2 Awoundza Etogo Essama (72.), 2:3 Tobias Lindner (74.), 3:3 Kevin Blumentahl (75.) - Schiedsrichter: Inka Müller-Schmäh - Zuschauer: 190