Der Beirat des Fußballclubs, 2001 als Beratungsorgan für den Vorstand des Vereins etabliert, sieht den FC nach einer Bestandsaufnahme an einem Punkt angelangt, an dem Weichen für die Zukunft gestellt werden müssen."Sportlich haben wir derzeit eher die kleinsten Sorgen", sagt Marko Zabel angesichts von guten Resultaten der Männermannschaft, die seit dieser Saison als einzige Elf der Region in der Oberliga und damit über Landesgrenzen hinweg im Spielbetrieb ist. Gemeinsam mit der Tatsache, dass 17 Mannschaften mit Spielern aus 15 Nationen aktiv sind und sämtliche Nachwuchsteams in der jeweils höchsten Klasse des Landes kicken ein "Alleinstellungsmerkmal", hebt Beiratschef Andreas Meyer hervor. Dennoch fehle ein großes Stück Akzeptanz für diese "Perle", findet Zabel.
Zum einen geht es dem Beirat um bessere Bedingungen im Stadion an der Wriezener Straße, das bei Gästen mit seinem Charme der 1970er-Jahre eher negativ in Erinnerung bleibe. Dabei sei die Energie-Arena nicht nur Fußballplatz, sondern ein Veranstaltungsort im Zentrum der Stadt. Meyer erinnert an Top-Spiele mit Bundesliga-Teams oder Fanfaronade und Herbstfanfare des Fanfarenzuges mit jeweils mehreren tausend Zuschauern. Im Hinblick auf Forderungen des Nordostdeutschen Fußballverbandes seien zwar einige Veränderungen vorgenommen worden, aber kaum sichtbar. Der Anwalt hält "zeitnah" mehr Sitzplätze und eine Teilüberdachung der Tribüne für nötig. Als "Signal" stellt er sich bis zum Stadtjubiläum Plätze für ca. 1000 Personen vor. Kostenschätzung: eine Viertelmillion Euro.
Der FC wäre mit derartigen Investitionen überfordert, zumal Eigeninitiative aufgrund des Untergrundes schwierig sei. Hier sei die Stadt als Eigentümer gefordert. Eine im Sommer von Landrat Gernot Schmidt ins Spiel gebrachte Variante habe sich nicht umsetzen lassen, hieß es. Laut Jonas Machleidt, Fachbereichsleiter Technische Dienste, habe es ein Gespräch über die Nutzung von Rückflussmitteln aus dem Interreg-Förderprogramm der EU gegeben. Voraussetzung wäre aber "ein ausgereiftes Konzept" gewesen. Zudem würden bislang unbekannte Projekte nicht kurzfristig aufgenommen, erklärte er. Man wolle sich nun um Mittel der 2014 beginnenden nächsten Förderperiode bemühen. Aus Insiderkreisen verlautete indes, dass Schmidts Initiative im Vorfeld der Landratswahl auch als Wahlkampfschachzug angesehen und deshalb geblockt wurde. Zumindest habe der städtische Baubereich für 2014 Planungsmittel für ein Konzept angemeldet, informierte Machleidt.
Zugleich hofft der FC auf eine breitere Basis, wünscht sich mehr Mitglieder - auch passive. Bislang weist die Vereinsstatistik 320 Mitstreiter aus. Schließlich fließen sämtliche Beiträge in die Finanzierung ein. Nicht zuletzt müsse man in den eigenen Reihen einen "Quantensprung" erreichen, wichtige Stellen mit qualifizierten Kräften besetzen. Autohauschef Zabel widmet sich dem Bereich Marketing/Sponsoring. Zu den größten "Baustellen" zählt der Beirat derzeit die Öffentlichkeitsarbeit. Man wolle die Wahrnehmung des Vereins verbessern.