Ganz eigenwillige Töne gab es auf der Pressekonferenz nach dem Spiel von Berlins Trainer Volkan Uluc. Der attestierte seinen Männern in der ersten Halbzeit ein sehr gutes Spiel, war aber mit der Leistung in Durchgang zwei nicht einverstanden. "Das lag aber nicht an unserem Gegner, sondern an der Tatsache, dass wir es nicht verstanden haben, den Sack zuzumachen."
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Dass der FC Strausberg in der zweiten Halbzeit aber dem großen Favoriten nahezu ebenbürtig war, wollte er irgendwie nicht zugeben. Der FC Strausberg erzielte sogar ein Tor im Berliner Sportforum, welches allerdings auf Grund einer äußerst umstrittenen Abseitsstellung von Schiedsrichter Jan Scheller nicht gegeben wurde (76.).
Das Spiel begann, und da hatte Uluc völlig Recht, mit einem sehr guten BFC. Die Mannschaft entfachte ein wahres Feuerwerk an offensivem Fußball und man musste sich große Sorgen um den FC Strausberg machen. Die Männer von Trainer Helmut Fritz waren tief beeindruckt von den BFC-Kombinationen eines Kevin Gutsche, Björn Brunnemann oder Lukas Rehbein. Angriff auf Angriff sah Torhüter Timo Hampf auf sich zukommen. Zum Beispiel in der 5. Minute: Freistoß Gutsche und Patrick Brendel zwang Strausbergs Torhüter zu einer Glanztat.
Der BFC spielte stark, schön - einzig, die ganz großen Möglichkeiten gab es nicht. Strausberg musste vor allem aufpassen, wenn sie im Mittelfeld den Ball verloren hatten. Dann ging es zumeist ganz schnell, wie in der 15.Minute nach einem Konter durch Gutsche und Rehbein. Der Führungstreffer für den BFC, bis dahin hoch verdient, fiel nach 19 Minuten und eben nach einem solchen Abspielfehler der Strausberger im Mittelfeld. Gutsche kam diesmal über links und konnte auch im Abschluss Hampf ausspielen.
Auch die Anfangsphase im zweiten Abschnitt gehörte den Berlinern. In der 58. Minute parierte Hampf einen Kopfball von Patrick Brendel. Doch der FC Strausberg legte endgültig seinen Respekt ab und kam deutlich besser in die Partie. Daniel Anton tauchte plötzlich im BFC-Strafraum auf (79.) und Torhüter Stephan Flauder hatte große Mühe mit seinem Schuss. Kurz zuvor hatte Steve Georges Pech, als sein Schuss aus der zweiten Reihe nur auf der Querlatte landete. Die Berliner wirkten nun regelrecht platt und mussten offenbar ihrem hohen Anfangstempo Tribut zollen. Sie verlegten sich voll aufs Konterspiel und strahlten insbesondere durch den eingewechselten Djibril N Diaye Gefahr aus. Doch es blieb nach packender Endphase vor 901 zahlenden Zuschauern beim knappen 1:0 für den BFC.
"Kompliment an meine Mannschaft. Sie hätte nach einem guten Spiel durchaus einen Punkt verdient gehabt", sagte Helmut Fritz später.
BFC Dynamo: Flauder - Haastrup, Brendel, Novacic, Gutsche, Wemmer (67. Djibril N Diaye), Scharlau (77. Wolf), Saalbach, Rehbein (72. Preiss), Köhne , Brunnemann
FC Strausberg: Hampf - Ilausky, Wenzel, Anton, Mertins (46. Bolte) - Lichtnow, Neumann (79. Wolfram), Rahmig, Georges - Kretzschmar, Wunderlich (67. Vsetycek)
Tor: 1:0 Kevin Gutsche (19.)
Packende Duelle im Sportforum: der Strausberger Stephan Ilausky im Zweikampf mit Lukas Rehbein (rechts)Foto: MOZ/Edgar Nemschok
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