So richtig geht es bei Cirque de la Lune traditionell zwar erst mit Einsätzen der Dämmerung los. Doch schon am Sonnabendnachmittag herrschte auf dem Festgelände zwischen Altstadt und See keineswegs Langeweile. Zum großen Teil bereits seit den Morgenstunden, im Einzelfall sogar schon mit Vorarbeiten am Freitag, waren insbesondere die Graffitikünstler zugange. "Gute Jungs und Mädels aus ganz Deutschland, das macht einfach Spaß", sagte der aus Müncheberg stammende Buckower Dominique Schwarz, der zum zweiten Mal so richtig dabei war.
Obwohl wiederum nicht in märkischen Gefilden, sondern der nahen Hauptstadt zu Hause, gehört auch Markus alias Stereo Heat schon zu den "Wiederholungstätern", brachte sein Talent nun das dritte Mal ein. Die blonde Meerjungfrau, die er als Figur auf dem mittleren Abschnitt der Festwiese installiert hat, erhielt von ihm nachmittags sozusagen den letzten Schliff – anerkennend staunendes Publikum, das bei seinem Tun neugierig stehen bleibt, gern gesehen. "Das ist hier immer wieder eine schöne Möglichkeit", sagt der Berliner, der auch Freundin Kristina und deren vierjährige Tochter Thea sowie Bordercollie Junior dabei hatte. "Wir waren schon die Vortage hier, haben beim Aufhängen des Glitzers geholfen", erzählt Kristina.
Mitorganisator Benny Dornhauer, der immer wieder von einem Ende zum anderen läuft, um noch Absprachen zu treffen, zeigt sich schon um diese Zeit des Tages zufrieden. "Ich bin ja selbst immer wieder überrascht, was man so aus dem Kulturpark machen kann", verweist er auf die Dekoration mit speziellen Lampenschirmen an den Laternenmasten, einem mit Schirmchen behängten Netz vor dem Getränkestand, den Graffitiwänden an den Seiten oder auch dem weiteren Netz mit den glitzernden Gold- und Silberpuscheln, die bei jedem Windstoß rascheln, über dem Bieryoga-Platz.
Beginnend um drei, lädt Bea Haller – die Mutter des zweiten Co-Organisators Oliver Haller von Fabrikneu Events – den ganzen Nachmittag über stündlich dazu ein, im Team nicht nur einfach eine Flasche zu leeren, sondern dabei noch etwas für die Gesundheit zu tun. Mal wird das Gefäß mit dem Gerstensaft zwischen den Knien gehalten, während die Beine beim Liegen aufwärts zeigen, mal ist es wieder in der Hand, während der Oberkörper seitlich gedreht wird. Anstrengend sind manche Übungen, aber riesigen Spaß macht es allen, zeigt das Lachen zwischendurch und bestätigt auch Saskia Franz aus Altlandsberg am Ende.
Während parallel erste Musikfetzen durch den Park fliegen, immer mal wieder ein Taucher in voller Montur wie ein Wesen aus einer anderen Dimension durch die noch überschaubaren Besucherscharen watschelt, machen auch einige junge Mütter mit Kinderwagen ihre Runde. Ein paar Badende holen sich eine Abkühlung im See, und der herumfahrende Eiswagen wird ebenso seine Waren los, wie am Foto-Mobil "Mr. Click" neue Kunden warten.
Hunderte Gäste sind es dann schon abends zwischen sieben und acht, als jede S-Bahn und Tram neue Festivalbesucher aus Berlin ausspuckt und auch die Strausberger, altersmäßig zwischen 20 und über 40, aus alle Richtungen zum Eingang strömen. Heiße Elektrobeats gibt es nun im Zirkuszelt, auch vor den Bühnen weiter Richtung See geht die Post ab – noch bis in die Nachtstunden.

Protestaktion für mehr Kultur in Strausberg


Mit einem Demo-Festival will eine "Kulturoffensive" am kommenden Sonnabend für mehr Kultur in Strausberg und gegen eine "Schlafstadt" mobil machen. Start ist um 11 Uhr am Fichteplatz. Von dort werde ein Protestmarsch zum Kulturpark ziehen. Begleitet werde er "von rockiger und lauter Musik", kündigen die Organisatoren an. Im Kulturpark würden weitere Bands, DJs und Künstler bis gegen 22 Uhr auf derzeitige "Missstände" aufmerksam machen, zeigen, wie vielfältig Kultur und Kunst sein könne und versuchen, dem Anliegen Gehör zu verschaffen. Parallel gibt es ein von der Arbeiterwohlfahrt organisiertes Kinderfest.  red