Durchschnittlich sechs Minuten brauchen die Strausberger Einsatzkräfte am Tage, um mit dem ersten Fahrzeug auszurücken. „Zwölf bis 15 Mann kommen immer“, sagt Stadtbrandmeister Uwe Schmidt, „damit können wir alle allgemeinen Einsatzaufgaben am Tage erfüllen.“ Größere Einsatzlagen lösen Sirenenalarm aus, dann komme eine Zug­­stärke von 21 Mann zuverlässig schnell ins Gerätehaus. Das sei abhängig von bestimmten Einsatzstichworten. Werden Wohnungsbrände oder Verkehrsunfälle mit eingeklemmten Personen gemeldet, kann für den Bereich Vorstadt auch schon mal die Eggersdorfer Wehr mit alarmiert werden. „Wenn es um Sekunden geht, sind die schneller am Försterweg als wir“, sagt Uwe Schmidt. Bei kleineren Sachen wie Türöffnungen rückt nur das Hilfeleistungslöschfahrzeug aus, das auch mal einen brennenden Papierkorb löschen kann.
Von den Strausberger Einsatzkräften sind etwa zehn bei der Stadt direkt oder ihrem Kommunalservice beschäftigt. Uwe Schmidt selbst ist bei den Stadtwerken und bekommt von Geschäftsführer Andreas Gagel die notwendige Zeit, um seine Funktion zu erfüllen. „Interne Stellenausschreibungen gehen auch immer an uns, damit sich Feuerwehrleute bewerben können. Sie werden bei gleicher fachlicher Qualifikation bevorzugt eingestellt, da haben wir ein gutes Verfahren mit der Stadtverwaltung“, sagt Uwe Schmidt.
Um die Tagesbereitschaft abzusichern, alarmiert der Münche­berger Stadtwehrführer Carsten Greim in der Zeit von 6 Uhr bis 18 Uhr mehrere Ortsteilfeuerwehren zusammen: „Wir fordern auch bei Bedarf Einsatzkräfte aus unseren Nachbarämtern Märkische Schweiz, Steinhöfel und Seelow Land an“, berichtet er. Einige seiner Kameraden arbeiten in Müncheberg, zwei sind beim Wirtschaftshof der Stadt Münche­berg tätig. Doch viele Einsatzkräfte arbeiteten außerhalb von Müncheberg und stünden somit am Tage nicht zur Verfügung. „Mit unserer Alarmierung von mehreren Ortsteilwehren und dem Personal vom Wirtschaftshof konnten wir bisher das Einsatzgeschehen bewältigen. Wir müssen die Situation aber ständig beobachten und bewerten, um rechtzeitig gegenzusteuern wenn Probleme auftreten“, sagt Greim. Ziel sei, weitere Mitarbeiter mit feuerwehrtechnischer Ausbildung für den Wirtschaftshof der Stadt Müncheberg zu gewinnen und natürlich auch neue Mitglieder für die Ortsteilfeuerwehren zu begeistern.
Für die Märkische Schweiz kann Amtsbrandmeister Burghard Miesterfeld  zunächst einmal konstatieren: „Es konnten bis jetzt alle Einsätze auch am Tag erfolgreich abgearbeitet werden.“ Wie bei den Nachbarn in Müncheberg fahren tagsüber mindestens zwei Feuerwehren gemeinsam zum Einsatz. Und: „Durch Einstellen von Mitarbeitern in der Verwaltung und als Gemeindearbeiter in bestimmten Gemeinden kann das Tagesgeschehen besser abgesichert werden.“ Dafür sei Amtsdirektor Marco Böttche zu loben.  Grundsätzlich seien die Wehren im Amt einsatzbereit, aber es könne niemand auch wegen des unterschiedlichen Bedarfs bei Bränden und Unfällen pauschal sagen: immer im vollen Umfang.
Der Neuenhagener Gemeindewehrführer Kai-Uwe Klopsch betont, im System freiwillige Feuerwehr könne man nie vorhersagen, wie viel Kräfte man an Werktagen im Ort zur Verfügung hat. Dies sei stark abhängig von den Berufspendlern und den Schichtarbeitern: „Am 25. Juli des letzten Jahres sind wir zum Waldbrand auf der Trainierbahn alarmiert worden. Mit nur sechs Kameraden waren wir letztlich ausgerückt! Das war aber auch der größte Engpass in dem Jahr. Glücklicherweise war die Brandausbreitung noch nicht sehr weit fortgeschritten, so dass die Kräfte das Feuer rechtzeitig eindämmen konnten.“ Die Neuenhagener seien bestrebt, weitere Kameraden im Ort zu beschäftigen. „Mit der Gemeinde sind wir hier bereits ein gutes Stück vorangekommen.“ Zehn Kräfte sind als Hausmeister, Bauhofmitarbeiter oder Verwaltungsangestellter im Ort tätig. Davon müsse man allerdings die Urlauber und Kranken abziehen. Die zehn reichen aber bei einem kritischen Wohnungsbrand nicht aus, da dann mindestens 16  gefordert sind. Deshalb  werde an Werktagen von 5 bis 17 Uhr immer ein Fahrzeug der angrenzenden Nachbarwehr mit Atemschutzgeräteträgern mit alarmiert.
Marius Venslauskas, der Hoppegartener Wehrführer, hält fest, dass seine Kameraden eine Mindeststärke für einen „ersten Angriff“ oder eine „kleinere Hilfeleistung“ erreichen, aber alle drei Ortsteilwehren zusammen. Acht Kameraden arbeiten bei der Gemeinde. Um noch mehr Gemeindemitarbeiter für den Feuerwehrdienst zu gewinnen, müsste man nach seiner Einschätzung zusätzlich einige Anreize dafür setzen, wie kleine Prämien oder extra Urlaub.
Als vorbildlichen Arbeitgeber nennt er die Firma Winkler Fahrzeugteile, die ihre Kollegen zum Einsatz fahren lässt. Aber: „Die Anzahl der Einsatzkräfte kann stark schwanken, man sieht erst nach der Alarmierung, wer zum Einsatz kommt.“ Deshalb sei der vorbeugende  und bauliche Brandschutz wichtig, damit Flucht- und Rettungswege funktionieren, und bauliche Maßnahmen, die Menschen schützen, um die Zeit bis zum Eintreffen der Feuerwehr zu überbrücken: „Auch für uns kann es dann vor Ort  sehr schwierig werden, wenn am Anfang des Einsatzes nur wenige Einsatzkräfte zur Verfügung stehen“, macht Marius Venslauskas deutlich. Der Einsatzleiter müsse entscheiden, welche Gefahr zuerst bekämpft werden muss, um dann schlimmstenfalls gegeneinander abwägen, wo zuerst eine Rettung erfolgt: „So ein Szenario wäre für unsere Einsatzkräfte und natürlich auch für die Betroffenen sehr dramatisch.“