Mit einem großen Fest im Dauerregen hat die Freiwillige Feuerwehr Eggersdorf am Sonnabend im Gewerbegebiet Am Fuchsbau ihr 100-jähriges Bestehen gefeiert. Am Vorabend hatte es auf einer Festsitzung Beförderungen und Auszeichnungen gegeben.
Natürlich war auch Dieter Kandzia über die Wetterlage bestens im Bilde. "Es soll wohl noch schlimmer kommen", sagte der Vorsitzende des Kreisfeuerwehrverbandes, bevor sich die gut zwei Dutzend Feuerwehrautos bei Dauerregen zu einem Korso durch die Gemeinde in Gang setzten. Angeführt wurde die lange Reihe von der Zinndorfer Wehr mit einem Lanz Bulldog aus dem Jahre 1936. Auch andere Feuerwehren aus Nachbarorten sowie das Technische Hilfswerk aus Seelow waren mit ihrer Technik nach Eggersdorf gekommen.
Natürlich blieb die Zahl der Besucher deutlich hinter den Erwartungen zurück. "Aber einige waren schon da", hieß es am frühen Nachmittag am Stand der Verkehrswacht Oranienburg, die mit einem Unfallsimulator gekommen war. Mehr Interesse gab es da für die verschiedenen Übungen und Vorführungen von Polizei, Feuerwehr und Technischem Hilfswerk.
An die 150 Hartgesottenen feierten dann am Abend im Regen mit der Berliner Band "Right Now". Wobei einige unter Zeltplanen oder freiem Himmel das Tanzbein schwangen und andere lieber noch die Fußball-Übertragung verfolgten. "Es ging immerhin bis Mitternacht", sagte Ortswehrführer Ralf Gastegger am Sonntag beim Aufräumen.
Am Freitagabend hatte er auf einer kleinen Festsitzung im Gerätehaus wichtige Entwicklungsstationen der Wehr dargestellt. Er erinnerte dabei an die technische Erstausrüstung bei der Gründung. Untergebracht gewesen seien die Handdruckspritze, Strahlrohre und Schläuche in einem Stallgebäude auf dem jetzigen Schulgelände an der Karl-Marx-Straße. Bei Alarm sei ein Bürger durch den Ort gelaufen und habe dabei die Feuerwehrglocke geschlagen. Später habe das Feuerhorn die Glocke abgelöst. Damit habe der Wehrführer vom Dach seines Hauses dann Feueralarm gegeben.
Ein neues Kapitel begann mit der Einführung der Pflichtfeuerwehr zu Beginn des Zweiten Weltkriegs. Zu jener Zeit sei ein Magirus-Löschfahrzeug in Dienst gestellt worden, das bis Ende 1945 von der Eggersdorfer Wehr genutzt worden war, bevor es 1953 zur Berufsfeuerwehr nach Bernau umgesetzt worden sei. Der Ortswehrführer listete weitere Stationen auf und würdigte abschließend Feuerwehrmänner, die seit Jahrzehnten ehrenamtlich tätig sind. Allen voran Peter Gerlach, der vor 59 Jahren der Freiwilligen Feuerwehr beitrat und elf Jahre an deren Spitze stand.
Aus der Verwaltung kamen an diesem Abend herzliche Dankesworte an die Wehr. Bevor es dann gemütlich wurde, gab es noch Beförderungen und Auszeichnungen (Siehe Kasten).