Die Freiwillige Feuerwehr zog ihre 135. Geburtstagsfeier vom Dezember vor auf diesen Sonnabend. „Wir machen das wie die Queen. Deren Parade gibt es auch im Sommer bei schönem Wetter“, sagte Stadtwehrführer Uwe Schmidt.
Der LF 16 TS (Löschfahrzeug) und der TSFW, also ein Tragkraftspritzenfahrzeug, drehten Runde um Runde durch Strausberg. Vom Feuerwehr-Depot gleich neben dem S-Bahnhof Strausberg-Stadt über den Kreisel oben bei Netto, vorbei am Krankenhaus und dem Flugplatz wieder runter in den Trubel. Geduldig warteten die Gäste, dass sie dran wären. „Das ist doch mal eine tolle Möglichkeit, so etwas zu erleben. Für meinen Sohn ist die Feuerwehr das größte“, sagt Henri Möller, der mit seinem Florian (5) ausharrte. Andere, wie die kleine Jasmin, die mit ihrer Mutter Simone Jendrik unterwegs war, bestiegen das Polizeiauto, das zwischen Feuerwehr-Abfahrstation und der Drehleiter stand. Auch da war Warten angesagt, bis es rund 28 Meter nach oben ging und die Gäste einen Blick aufs Festgeschehen werfen konnten.
Was sie sahen, war ein bunter Trubel aus Erbsensuppe aus der Gulaschkanone bis Luftballons, frisch gebackenen Kuchen, Gegrilltem, jede Menge Feuerwehrtechnik und mehrere Übungsvorführungen. „Wir sind dank der Stadtverwaltung hervorragend ausgestattet“, dankte Stadtwehrführer Uwe Schmidt für die stete Unterstützung. Die bekämen er und seine Freiwilligen auf vielerlei Art. Zum Beispiel seien zwölf Freiwillige Angestellte der Stadtverwaltung, etwa als Hausmeister, und könnten so auch tagsüber zu den Einsätzen eilen. Zudem gebe es eine hauptamtliche Kraft, die nach den Einsätzen die Technik wieder in Ordnung bringe. „Das hat den großartigen Vorteil, dass wir, wenn es mal spät wird, nicht noch länger auf den Beinen bleiben müssen“, erklärt Uwe Schmidt. Er selbst ist bei den Stadtwerken angestellt und bekommt von seinem Chef Andreas Gagel den Rücken freigehalten, erzählte der 54-jährige Stadtwehrführer, der sich freute, dass die Stadtwerke zum 135-jährigen Jubiläum 1350 Euro spendeten, die der Förderverein gut gebrauchen kann. Auch die Spende der Sparkasse, etwa, um den Kameraden der Alters- und Ehrenabteilung eine Fahrt zu ermöglichen, wie Werner Seidel vom Förderverein betonte. Als bedauerlich empfindet Schmidt, dass für den aktiven Einsatz per Gesetz mit 65 Jahren Schluss ist, auch wenn die Freiwilligen noch fit wären. „Das wäre toll, wenn es da eine Änderung gebe. Warum kann ein fitter über 65-Jähriger nicht zum Beispiel die Dokumentation übernehmen und uns so die Arbeit erleichtern“, nannte Schmidt ein Beispiel.
Rund 200 Einsätze, davon der größte Teil technische Hilfeleistungen, zählt die Freiwillige Feuerwehr Strausberg im Jahr. „Wir machen dieses Fest, um den Strausbergern danke zu sagen, dass wir auch von ihnen Unterstützung bekommen. Auch, um ihnen zu zeigen, dass die 76 Aktiven ihren Dienst als Ehrenamtler absolvieren, denn wir haben es hier nicht, wie viele glauben, mit einer Berufsfeuerwehr zu tun“, sagte Uwe Schmidt weiter. Zu den Aktiven kommen noch 67 in der Kinder- und Jugendwehr. Der Andrang bei Jugendwart Andreas Schwiering ist so groß, dass es eine Warteliste gibt. „Dennoch freuen wir uns über jeden, der sich für unsere Arbeit interessiert. Und über erwachsene Quereinsteiger, die nach einer Ausbildung auch die Reihen der Aktiven verstärken“, sagte der Stadtwehrführer.