Ein tatsächliches Husarenstück, nannte es einer der Gäste leise bei der offiziellen Einweihung des Gerätehauses der Bruchmühler Feuerwehr am Donnerstagabend, als der Altlandsberger Bürgermeister Arno Jaeschke den erstaunlich kurzen Werdegang des Gebäudes Revue passieren ließ. Nach der Entscheidung der Stadtverordneten im März 2018 wurde fünf Monate später der Bauantrag eingereicht und nur weitere fünf Monate später, im Januar 2019, erfolgte die Baugenehmigung. „Nicht so laut“, rief augenzwinkernd Landrat Gernot Schmidt dazwischen, als Jaeschke den kurzen Zeitraum von Antrag bis Erteilung erwähnte. Der Grundsteinlegung im Mai 2019 folgte das Richtfest am 26. September. Seit April dieses Jahres ist das Gerätehaus Dreh- und Angelpunkt der Löschgruppe Bruchmühle. Aufgrund der Corona-Beschränkungen wurde die offizielle Einweihung verschoben.

Feuerwehr hat hohes Ansehen in der Bevölkerung

Innenminister Michael Stübgen hob die Rolle der Feuerwehren im Land hervor, die zumeist ehrenamtlich ihre Arbeit erfüllen. Neben ihrer eigentlichen Tätigkeit sind die Wehren auch generationsübergreifend gesellschaftlicher Mittelpunkt von Kommunen, wie er auch am Beispiel Bruchmühle mit Blick auf die anwesende Jugendfeuerwehr und die Alters- und Ehrenabteilung feststellte. „Die Feuerwehr hat das höchste Ansehen in der Bevölkerung, von dem Wert kann die Politik nur träumen“, sagte Stübgen und schloss sich den Bewunderern an.
Gernot Schmidt machte die Bedeutung des neuen Gerätehauses auch für den Landkreis deutlich. Der Übungsturm, 14 Meter hoch, sowie das weitreichende Gelände hinter dem Gebäude sollen auch anderen Wehren zur Ausbildung dienen.

Gerätewagen Gefahrgut übergeben

Den Faden der generationsübergreifenden Bedeutung der Feuerwehr in der Gesellschaft nahm Schmidt auf, lobte die 1200 Mitglieder der Jugendfeuerwehren im Kreis und spornte dazu an, nicht nachzulassen im Werben um den Nachwuchs.
Gleichzeitig übergab Schmidt den Schlüssel für einen Gerätewagen Gefahrgut an die Altlandsberger Feuerwehr. Es ist der erste dieser Art im Landkreis und kann auch für andere Einsatzorte interkommunal angefordert werden. Modernste Technik im Umgang mit Gefahrenstoffen steht den Kameraden nun zur Verfügung. Fast 500.000 Euro hat das Fahrzeug gekostet. Den Großteil hat das Land beigesteuert, fast 150.000 Euro kommen vom Kreis.

Schwarz-Weiß-Trennung

Stadtbrandmeister Christian Markhoff versprach, gut auf das Fahrzeug aufzupassen und auch die speziell ausgebildeten Kameraden für den Einsatz bereitzustellen. Gleichzeitig hofft er: „Dass es nie zum Einsatz kommen muss.“
Das neue Gerätehaus lobte er als brandenburgweit einmalig für ehrenamtliche Feuerwehrleute. So ist dort das Konzept der Schwarz-Weiß-Trennung komplett umgesetzt worden. Das bedeutet, dass schmutzige Einsatzkleidung nicht mit privaten Sachen in Berührung kommen kann.
In der folgenden Führung erklärte der Bruchmühler Löschgruppenführer Daniel Bergemann das genaue Prinzip. So führt eine Wegesystem von der Fahrzeughalle zu einer ersten Dusche mit Behälter für die Dienstkleidung. Von dort aus geht es in die Sanitärräume, die direkt mit den  Umkleidekabinen verbunden sind. Das jeweils doppelt, für die 27 aktiven Mitglieder, 16 Männer und elf Frauen, der Bruchmühler Löschgruppe.

Mit viel Engagement

Einen großen Anteil am so kurzfristig entstandenen Gerätehaus hat Enrico Keller, der damals noch zuständiger Abteilungsleiter in der Altlandsberger Verwaltung war. Mit viel persönlichem Engagement: „Ich bin selbst Feuerwehrmann“, blieb er auch bei fast aussichtslosen Situationen am Ball, bis Finanzierung, Förderung und Planung unter Dach und Fach waren. So ließ es sich der Neu-Barther nicht nehmen, eigens zur Einweihung von der Ostseeküste zu kommen.

2,4 Millionen Euro Baukosten

Etwa 2,4 Millionen Euro hat das Gerätehaus gekostet, knapp eine Million Euro Fördermittel kamen vom Land. Eine Fahrzeughalle mit vier Stellplätzen ist entstanden. Ein großer Schulungsraum, Küche, Lager, drei WCs sowie ein großzügiges Büro sind zusätzlich zu den Umkleiden im Flachbau untergebracht.