Eine beeindruckende Bilanz für 2018 zog Stadtbrandmeister Uwe Schmidt in der Jahreshauptversammlung am Sonnabend. Bejubelt wurde sein Entschluss, 2020 noch eine Amtsperiode zur Verfügung zu stehen.
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Am Ende, nach all den Beförderungen, Ehrungen und Auszeichnungen hielt der stellvertretende Stadtwehrführer David Lars eine sehr ungewöhnliche Rede. Sie begann mit „Es waren einmal ...“ und endete mit „Und wenn sie nicht gestorben sind, dann löschen sie noch heute“. Das romantische Märchen handelte von der innigen Beziehung Uwe Schmidts als Stadtbrandmeister zur Freiwilligen Feuerwehr Strausberg, die dieser Tage Silberhochzeit feiert. Dass Schmidt am Ende seines Berichts an die Jahreshauptversammlung der Wehr bekannt gab, er stehe nach dem Ablauf seiner Amtszeit 2020 noch einmal für sechs Jahre zur Verfügung, hatte  schon spontan heftigen Beifall provoziert. Als aber sein Stellvertreter David Lars und der neue Vorsitzende des Fördervereins, Karsten Mühleisen, ihm nach dem „Märchen“ ein Präsent zum 25-Jährigen überreichten und ihn zu seinem Entschluss beglückwünschten, hielt es keinen mehr aus dem Stuhl: Stehende Ovationen aller Mitglieder der Feuerwehr und Gäste!
Unter diesen waren neben Bürgermeisterin Elke Stadeler und einigen Stadtverordneten mit Vorsteher Steffen Schuster an der Spitze auch ehemalige und aktuelle Zuständige der Verwaltung für den Brandschutz, in der Reihenfolge ihrer Amtszeit: Gerda Sachse, Ute Stensch, Gudrun Wolf und Marlies Mietzsch. Elke Stadeler kommentierte Uwe Schmidts Bereitschaft erfreut: „Es ist viel kritisch diskutiert worden, Probleme muss man aussprechen. Das ist aber normal für Führungskräfte. Lob hört man selten, kritisiert wird schnell.“ Sie lobte die Strausberger Arbeitgeber, die die Feuerwehrleute auch für Lehrgänge freistellten, und nannte stellvertretend Jens Friedebold, E-Center im Handelscentrum. Uwe Schmidt bedankte sich bei seinem Chef Andreas Gagel, Stadtwerke Strausberg, dafür, dass er ihm den Freiraum für sein Ehrenamt einräume. Diplomforstwirt Jens Böhmer überreichte an sechs Kursteilnehmer die Motorsägen-Berechtigung. 220-mal wurde die Strausberger Feuerwehr 2018 alarmiert. Das waren zehn Alarme weniger als 2017, 3002 Einsatzstunden kamen dennoch zusammen, bilanzierte Uwe Schmidt das vergangene Jahr. 25 Personen konnten 2018 gerettet werden, für zehn kam jede Hilfe zu spät. Eine Brandserie hatte die Kleingartenanlage in der Hegermühlenstraße erschüttert. Die jugendlichen Brandstifter konnten von der Polizei ermittelt werden. Von neun auf 13 sind die Tragehilfe-Einsätze für den Rettungsdienst gestiegen. Dass die Vergütung solcher Einsätze, die eigentlich nicht zu den Aufgaben der Feuerwehr gehörten, nicht geklärt sei, kritisierte Elke Stadeler. Sie kritisierte auch, dass der Landesfeuerwehrverband auf einheitliche Tagesdienstuniformen für alle Brandschutzkräfte dränge: „Am Ende bleiben die Kosten ja doch an der Kommune hängen“, sagte sie. Es gebe auch dringendere Probleme zu lösen. Kreisbrandmeister Sebastian Nestroy plädierte für zeitgemäße und einheitliche Uniformen und wies Elke Stadelers Ausführungen als unsachlich zurück.

Befördert und mit Treuemedaille geehrt

■ zum Feuerwehrmann:

Kilian Franz, David Krüger, Florian Lasch, Jeremy Ruhlmann, Justin Werstler, Christian Seitz

■ zum/r Oberfeuerwehrfrau/Oberfeuerwehrmann:

Jeannette Schmidt, Torge Albrecht, Karsten Hahn, Tobias Johannes Heidekrüger, Enrico Lucia, Philipp Ruppel, Henry Wedding, John Wedding, Benjamin Weißheimer

■ zum Hauptfeuerwehrmann:

Mike Ruhlmann

■ zum/r Löschmeister/-in:

Angélique Renner, Jens-Peter Weißenberg, Winfried Vogel

■ zum Oberlöschmeister:

Benjamin Elbeshausen

■ zum Hauptlöschmeister:

Manfred Schulz

■ zum Brandmeister:

Matthias Drews, Andreas Hackenschmidt, Daniel Renner, Michael Schrimpf, Norbert Strehmann

für 10 Jahre: Mike Ruhlmann

für 20 Jahre: Daniel Weber, Thomas Müller

für 30 Jahre: René Liebe

für 40 Jahre: Christoph Wegwerth, Jürgen Schulz

für 60 Jahre: Friedrich Schulz, Horst Radaiczak