Begeistert von den Fortschritten bei der Rekonstruktion der historischen Mitte von Altlandsberg hat sich am Freitagabend Brandenburgs Bau- und Infrastrukturminister Guido Beermann (CDU) gezeigt: „Seit ich das erste Mal hier war – das war im Dezember vorigen Jahres, kurz nach meinem Amtsantritt, als wir die Schlosskirche als Denkmal des Monats Dezember 2019 auszeichneten – haben Sie gerade im Park noch viel geschafft.“ Es sei ihm bei der Führung durch Schlossgut-Geschäftsführer Stephen Ruebsam ein besonderer Genuss gewesen, dabei von barocker Musik unterhalten zu werden. Drei Musiker der Gruppe Musica Colorata aus Berlin hatten in historischen Kostümen und mit zeitgenössischen Instrumenten die Führung und die Einweihung untermalt. Schmunzelnd merkte Beermann gegenüber der Zeitung an: „Es ist ja schon mal erfrischend, einen Park in Brandenburg vorzufinden, der nicht von Lenné angelegt wurde ...“

Es soll am Schlossgut alles stimmig sein

Bürgermeister Arno Jaeschke konnte in der Tat auf schon viele in den vergangenen acht Jahren vollendete Elemente des Schlossgutareals verweisen: Das Gutshaus, das Brau- und Brennhaus, den dazwischen gelegenen Domänenhof, die Remise, die Schlosskirche, die Orangerie, von der allerdings kürzlich erst die Verklinkerung wieder entfernt werden musste, weil sie farblich der vom Brau- und Brennhaus entsprach: „Doch es muss schon alles stimmig sein, wenn wir das hier neu machen, oder?“ Er erwähnte auch die Stallungen und in diesem Zusammenhang ein Hotelprojekt. Arno Jaeschke dankte zunächst einmal dem Minister und dessen Mitarbeitern in den nachgeordneten Stellen, die fachlich beraten und die Fördermittel bereitgestellte haben, um die einzelnen Komponenten über die Jahre fertigzustellen. Und er dankte den Initiatoren und Protagonisten, die das gesamte Projekt anschoben und gegen anfängliche Widerstände Mehrheiten dafür organisierten. In der Schlosskirche kann man noch eine Unterschriftensammlung dafür nachlesen. Mit viel Engagement sei sowohl ehrenamtlich als auch hauptberuflich dafür gearbeitet worden.

Identitätsstifter für Brandenburger

Für Guido Beermann war es sichtlich eine Freude, an der Zeremonie teilzunehmen: „Ich komme gerne in solche Orte unseres Landes, die sich ihrer Geschichte bewusst werden und die Spuren ihrer Geschichte sichtbar machen. Vielen Altlandsbergern war sicher gar nicht bewusst, dass ihre Stadt ein Hohenzollernschloss hatte und wo es stand. Jetzt können sie den Grundriss nachvollziehen.“ So werde das Schlossgut-Areal identitätsstiftend für die Altlandsberger. „Solche Orte sind Identitätsstifter für unser Land Brandenburg auch für nachfolgende Generationen“, sagte Beermann, bevor er mit den Altlandsberger Kommunalpolitikern, Schlossgut-Geschäftsführer Stephen Ruebsam und Nachtwächter Horst Hildenbrand gemeinsam ein breites grünes Band vor der Schlossterrasse durchschnitt.
Altlandsberg weiht seine Schlossterrasse ein

Förderprojekt Altlandsberg weiht seine Schlossterrasse ein

Die Gesamtkosten für die Vorhaben Schlossterrasse, Schlosshof, Schlossplatz, Terrassenmauer mit Balustrade betragen rund 2,7 Millionen Euro, wovon 2,1 Millionen Euro von Bund und Land gefördert werden. Die Stadt beteiligt sich mit 540.000 Euro.