Grünen-Stadtverordneter Matthias Michel zögerte nicht lange und meldete sich als Erster für den virtuellen Marsrundgang. Stephan Elgner vom Institut für Planetenforschung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt setzte ihm die 3-D-Brille auf und wies ihn ein. Danach sagte Michel: "Es ist, als wäre man tatsächlich dort, und das ganz ohne monatelangen Weltraumflug. Einfach beeindruckend."
Zweiter Teil einer Serie
Das Erlebnis genossen nach seiner Pioniertat noch weitere Besucher der Veranstaltung, die die Leiterin des Stadtmuseums Christa Wunderlich mit Unterstützung der Strausberger Stadtwerke als zweite der im vorigen Jahr gestarteten "Weltraumserie" organisiert hatte. An jenem 5. September 2018 wurde an gleicher Stelle mit großer Beteiligung der 40. Jahrestag des Weltraumflugs von Sigmund Jähn gefeiert. Der Kosmonaut und Ehrenbürger berichtete damals vom Auswahlverfahren und seiner Mitwirkung im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt bei der Vorbereitung der späteren deutschen Astronauten.
Nun erinnerte Ulrich Köhler vom Institut für Planetenforschung an Jähns fürsorgliche Ratschläge bei den alljährlichen Treffen im Raumfahrtmuseum Morgenröthe-Rautenkranz besonders im Umgang mit russischen Kosmonauten.
Der Geologe vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt nahm die rund drei Dutzend Besucher mit in die Welt der Planeten des Sonnensystems und besonders der Erforschung des Nachbarplaneten Mars. Es gehe im Kern immer um die Erforschung der Frage, wie das Leben entstanden ist. Das führe zu Erkenntnissen darüber, ob es auf dem Mars Leben gab, gibt oder geben könnte.
In der Pause fragten Besucher den Wissenschaftler aus. Volker Pestel wollte wissen, wohin das Oberflächenwasser, das es nachweislich einst auf dem Mars gegeben hatte, verschwunden sei. Nur in der Nähe von Süd- und Nordpol sei es in bis zu drei Kilometer dicken und 100 Kilometer breiten Eislinsen zu finden, sagte Köhler. An der Oberfläche habe es sich nicht halten können, als die Gravitation des Mars’ zu gering wurde. Deshalb sei die Atmosphäre ungleich dünner als die der Erde. Hans-Willy Odenthal interessierte sich für die technischen Voraussetzungen einer Landung und eines Starts einer Sonde vom Mars. Köhler erläuterte, dass mitunter das Interesse der Wissenschaftler mit den Erfordernissen der Ingenieure kollidiere. Aber wer möglichst rea­listisch wissen wolle, wie es dort aussehe, könne ja einen virtuellen Rundgang unternehmen.

Der Mars als Forschungsgegenstand

Als Nachbarplanet der Erde liegt der Mars noch in jenem Bereich des Sonnensystems, in dem wegen der Nähe zum zentralen Stern theoretisch Leben möglich ist. Er ist allerdings im Durchmesser nur etwa halb so groß wie die Erde, hat eine erheblich einfachere innere Struktur und nur ein Siebtel ihre Volumens. Die Höhenunterschiede auf ihm betragen 20 km. Aber mit Kohlenstoff, Wasserstoff, Sauerstoff, Stickstoff, Schwefel und Phosphor sind alle lebensnotwendigen Elemente auf ihm vertreten. Seine Atmosphäre besteht allerdings zu 95 Prozent aus Kohlendioxid und nur zu 0,15 Prozent aus Sauerstoff.  js