Einstimmig hat sich die Gemeindevertretung Petershagen-Eggersdorf bei ihrer jüngsten Sitzung dafür eingesetzt, Schulsportanlagen beispielsweise auch an Wochenenden der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Eine entsprechende Vorlage der Fraktionsgemeinschaft Verantwortung wurde angenommen.

Bürgermeister soll Plan vorlegen

Sie sieht vor, dass der Bürgermeister bis zur Sitzung im November einen Durchführungsplan vorlegen soll, wie insbesondere die Anlagen an der FAW-Schule in der Elbestraße und der Grundschule Eggersdorf von Kindern und Jugendlichen auch außerhalb der Schulzeiten genutzt werden können.
Nach Ansicht der Einreicher gibt es „massiven“ Bedarf, der gegenwärtig nicht in ausreichendem Umfang befriedigt werden könne. Zwar gebe es einige Regelungen, aber die und der Vorschlag des Bürgermeisters, die Öffnung in Eggersdorf durch Eltern und in Petershagen durch den Jugendclub zu gewährleisten, reichten für eine „verlässliche Nutzung“ nicht aus, hieß es. Erinnert wurde zudem an eine ähnliche Initiative bereits für den Spielplatz am Strandbad Bötzsee.

Spontane Nutzung derzeit nicht möglich

Fraktionschef Tobias Rohrberg (B 90/Grüne) war es besonders wichtig, dass „verlässliche Öffnungszeiten“ kommuniziert werden. Denn gerade wenn Jugendliche in der Annahme kämen, offene Türen vorzufinden, um Fußball oder Basketball zu spielen, dann aber unverrichteter Dinge wieder abrücken müssten, könne sich Frust aufbauen. Und spontane Nutzung der Plätze sei derzeit nicht möglich. Zudem sollte der Sportplatz in Petershagen an Wochenenden verschlossen bleiben; wurde moniert.
Der nunmehr bestätigte Prüfauftrag sieht einen Abgleich mit sogenannten sonstigen Nutzern und Festlegung verbindlicher Zeitfenster vor, zum Beispiel im Sommer sonnabends und sonntags von 12 bis 20 Uhr. Im Winter müssten Licht und Witterung berücksichtigt werden. Öffnen und Schließen der Anlagen soll einem Dritten übertragen werden, zum Beispiel dem vorhandenen Wach- und Schließdienst. Der könne auch den Zustand der Anlagen überwachen.

Zeiten sollen auf Schildern ausgewiesen werden

Nicht zuletzt sollen die Nutzungszeiten für jedermann nachvollziehbar auf Schildern ausgewiesen und an geeigneter Stelle veröffentlicht werden. Um nicht „Auswärtige“ explizit zur FAW-Schule in S-Bahn-Nähe „anzulocken“, plädierten Kommunalpolitiker dafür, dies nicht im Internet, sondern besser über die Schulen publik zu machen.
Bürgermeister Marco Rutter machte bereits deutlich, dass die Intentionen nicht in jedem Falle ganz schnell umgesetzt werden könnten. Derzeit laufende Verträge mit den Wach- und Schließdiensten ermöglichten die zusätzliche neue Aufgabe „nur bedingt“, sagte er. Die Verwaltung werde dies aber in neuen Dokumenten mit vorsehen, kündigte er an.

Für den Waldsportplatz werden Fördermittel beantragt

Überdies will die Gemeinde eine andere Sportstätte im Ort sanieren: den Waldsportplatz in Petershagen. Das Rathaus soll nun Fördermittel aus einem neuen Programm des Bundesministeriums für Inneres, Bau und Heimat einwerben, wurde ebenfalls einstimmig beschlossen. „Das passt und wir haben Planungen in der Schublade“, verkündete Rutter. Der Vertrag mit dem Sportverein sei für dieses Programm „unschädlich“ und die Mittel seien kombinierbar mit solchen aus anderen Töpfen. Sie können auch über mehrere Jahre gestreckt werden. Avisiert seien Zuschüsse von mindestens 45 Prozent, hieß es. Bis 23. Oktober muss nunmehr ein Antrag beim Land gestellt werden.
Der Waldsportplatz ist laut Unterlagen aus dem vergangenen Jahr stark sanierungsbedürftig. Verwiesen wurde unter anderem auf fortschreitenden Verfall der Leichtathletikanlagen, fehlende Abstellmöglichkeiten für Sportgeräte und „sich verschärfende Sicherheitsprobleme“. Norbert Löhl (PEBB) meldete unterdessen bei ersten Ideen zum Haushalt 2021 eine halbe Million Euro für eine „ordentliche Tartanbahn“ auf dem Platz an.