Strausberg. Bereits zum 18. Mal luden landesweit Künstler am Wochenende zu offenen Ateliers ein. Vielfältig war auch vom Berliner Rand bis in die Märkische Schweiz das Angebot, das Gäste von Jung bis Alt zum Kunst-Ausflug lockte.
"Die Wolle kommt zum Teil von unseren Pommerschen Landschafen draußen vor der Tür", erläuterte Constanze Büxler auf dem Urticahof in Batzlow ihren Gästen. Begeistert vom Gewebten, Gesponnenen und Gefilzten war u. a. Heidemarie Zitzmann aus Hermersdorf - mit der Nachbarin auf Kunst-Rundtour bis weit ins Oderbruch.
Jenseits der Ortsdurchfahrt ließ sich bei Christine Sinner, seit nun acht Jahren im Ort, auf dem Kunsthof Batzlow einkehren. Sie selbst zeigte neue Werke aus Papier, Drahtgeflecht und anderen Materialien - teils mit kräftigeren Farben als von ihr gewohnt.
In der einstigen Scheune war der Berliner Detlev Schilke mit Jazzfotografien vertreten. Ein Ausschnitt jener Farbbild-Sammlung, die er schon 2011 in Neuhardenberg gezeigt hatte. Gern macht er auch Schwarzweißaufnahmen, von denen einige 2014 in Müncheberg zu sehen waren.
Draußen blieben viele interessiert an der Skulptur des Alt-Rosenthalers Tim Hendrik Schneider stehen. "Der n-te Raum" ist Teil eines Jahresprojektes zum Thema "Interface", also Schnittstelle, die den Blick auf Sphären im Grenzbereich vom Bewussten zum Unbewussten lenken soll. Enna Mikkelsen, teils in Berlin lebende Holländerin, war davon angetan.
Im Buckower Revier von Keramikerin Christine Pfund am Roten Haus konnten Gäste zwischen Gartenkeramik und den freien Arbeiten der Künstlerin im schönsten Sonnenschein Kaffeetrinken. Andere sahen sich im kleinen Atelier bei den Geschirrserien um wie Elke Nowojski aus Fürstenwalde, die gern in der Märkischen Schweiz wandert. Zwei schöne Übertöpfe waren ihre "Beute".
Zwei Brennöfen kann Christine Pfundt bestücken. Während der Kleinere elektrisch betrieben wird, wo die Temperatur genau eingestellt werden kann, funktioniert ein Größerer auf Gas-Basis und nicht so genau. Um die benötigten 1150 Grad für das Brennen wetterfester Objekte halten zu können, müsse sie 16 Stunden lang den Vorgang überwachen, erklärte die Künstlerin.
Das erste Mal hatte sich ein paar Straßen weiter Marion Kossakowski unter die Aussteller begeben. Die Buckowerin, die Porzellanmalerin hatte werden wollen und Kindergärtnerin wurde, malt "inzwischen seit 20 Jahren". Eine bunte Auswahl ihrer Bilder, etliche im Zirkel von Wilfried Klapprott entstanden, hatte sie in der Neuen Promenade aufgestellt, darunter auch Arbeiten von Tochter und Enkel.
Einen Mix aus verschiedenen Genres gab es auch bei André Trocha in Petershagen zu erkunden. Der Hausherr selbst zeigte Bilder und Keramik, in letztgenannten Bereich ist auch Gastkünstler Benjamin Schaefer aus Woltersdorf mit seinen eigenwilligen, teils düsteren Gestalten wie Totenköpfen zu Hause. Fotografien, vorrangig Landschaftsaufnahmen, zeigte Sophia Böhme, nun in der Uckermark lebende Ex-Strausbergerin.
Für vieler Berliner war Hönow der Ausgangspunkt für ihre Tour. Dort hatte Manfred Großmann seine Gartenpforte weit geöffnet. Die Skulptur Tango-Paar hatte es Sabine Hinderland und Jürgen Gerigk angetan. "Sie ist aus Beton. Darunter gibt Armierungsstahl die Form vor", erklärte der Künstler. Von filigranen Eierbechern bis hin zum 100-Kilogramm-Gartenstuhl ist bei Großmann fast alles aus dem Baustoff hergestellt. "Ende des Jahres gehe ich beruflich in Ruhestand, da ist dann mehr Zeit für mein Hobby", erklärte der 63-Jährige, der 2017 einer der 38 künstlerischen Satelliten im Umfeld der IGA sein wird.