Bernau ging in Führung. Es lief die siebte Minute: Ein weiter Pass in den Blau-Weiß-Strafraum flog genau auf Torwart Kevin Pelzer. Der rief noch laut "Torwart" und hatte den Ball eigentlich auch in den Händen. Doch plötzlich fiel die Kugel Omid Saberdest vor die Füße. Der Bernauer Mittelfeldspieler reagierte sofort und staubte zum 1:0 für den FSV ab.
Blau-Weiß mit Moral
Der Gastgeber ließ sich davon aber nicht beirren und zeigte Moral. Mit einem schönen Doppelpass spielten sich Maurice Ulm und Silvan Küter auf der linken Angriffsseite durch. Ulm passte mustergültig auf den sich in der Mitte frei laufenden Tim Bolte. Den Schuss aus Nahdistanz  konnte Torwart Danny Kempter zunächst abwehren. Im Nachschuss jagte Bolte den Ball aus spitzem Winkel unter die Querlatte. Was für ein furioser Auftakt und es sollte zumindest in der ersten Halbzeit offensiv weitergehen. In der 14. Minute verpasste ein Dis­tanzschuss von  Küter nur ganz knapp das Ziel.
Starke linke Seite
Die Bernauer hatten ihre starken Momente, wenn sie über ihre linke Seite kamen. Mit Antrew Lubega hatten sie an diesem Tag einen Top-Stürmer, der die blau-weiße Abwehr ständig beschäftigte. Im Mittelfeld zog weiter Saberdest die Fäden. Er bereitete auch die nächste Bernauer Möglichkeit (18.) vor. Sein Pass erreichte Mittelstürmer Alexander Schadow. Kevin Pelzer reagierte den Schuss aus der Drehung großartig. Es ging vor 97 zahlenden Zuschauern auf dem Waldsportplatz hin und her. Nach zahlreichen weiteren Möglichkeiten auf beiden Seiten blieb es aber beim 1:1 zur Pause.
FSV immer stärker
Wer gedacht hatte, das tempo- und aktionsreiche Spiel würde sich in der zweiten Halbzeit so fortsetzen, wurde insbesondere von den Gastgebern enttäuscht. Es war nur eine Frage der Zeit, bis die Gäste zum zweiten Mal jubeln durften. Blau-Weiß versuchte immer wieder, mit langen Bällen zum Erfolg zu kommen. Diese Pässe in die Tiefe sollten vor allem Silvan Küter in Position bringen. Die Bernauer Abwehrspieler konnten sich darauf einstellen und hatten den schnellen Stürmer aus dem Doppeldorf auch gut im Griff.
2:1 für Bernau hoch verdient
Bernau wurde immer stärker, auch weil die Blau-Weißen einfach zu passiv blieben. Nach einer Stunde Spielzeit fiel das inzwischen verdiente 2:1 für den FSV Bernau. Torschütze war Alexander Schadow. Selbst nach dem zweiten Gästetreffer mussten die Zuschauer auf die sportliche Reaktion der Gastgeber lange warten. Ein Aufbäumen war nur im kämpferischen Bereich erkennbar gewesen. Wirklich kreative Spielzüge waren bei den Blau-Weißen aber eher Mangelware.
Kurz vor Schluss wurde Maximilian Lichtnow, der viel Lob für seine couragierte Leistung bekam, auf der halbrechten Angriffsseite der Blau-Weißen von den Beinen geholt. Den fälligen Freistoß legte sich Tim Bolte zurecht. Mit einem regelrechten Kunststoß überraschte er nicht nur die Mauer, sondern auch Torhüter Danny Kempter. Der Ball schlug unten rechts im Gehäuse von Bernau ein.
Der Jubel war noch gar nicht ganz verklungen, da hätte Küter im letzten Angriff der Partie sogar noch den Siegtreffer für seine Mannschaft erzielen können. Er konnte jedoch freistehend den Ball im Strafraum nicht kontrollieren und so blieb es beim 2:2.
"Ein Resultat, mit dem man am Ende aus Sicht von Blau-Weiß zufrieden sein muss", sagte Cheftrainer Roman Sedlak nach der Partie. Seine Mannschaft  bleibt auch nach dem vierten Spieltag der Brandenburgliga weiterhin ungeschlagen und trifft am Sonnabend auf den Tabellenneunten TuS Sachsenhausen. Spielbeginn im Elgora-Stadion von Oranienburg ist 15 Uhr.
SV Blau-Weiß Petershagen-Eggersdorf: Kevin Pelzer, Denis Rolke (51. Maximilian Lichtnow), Roger Sobotta, Florian Gerber, Melvin Gohlke, Tim Bolte, Marvin Ghaddar, Maurice Ulm, Yves-Marvin Ertel (72. Maximilian Weber), Silvan Küter, Anton Feiler (90. Saul Njie)