Die Artprojekt Entwicklungen GmbH aus Berlin wird in dem Haus ab Herbst ein italienisches Restaurant mit dem Namen "amiceria" eröffnen und auch den Hotelbetrieb mit acht Zimmern übernehmen. Ein gleichnamiges Restaurant betreibt sie seit Mitte 2019 in Bad Saarow. "Das dort entwickelte Konzept wollen wir jetzt nach Strausberg übertragen", sagt Artprojekt-Geschäftsführer Maurice von Dalwigk. Es sehe italienische Küche vor, "jedoch deutlich frischer und moderner als man es so kennt" – und konzentriere sich auf die vier Themenbereiche Antipasti, Pasta, Pizzagerichte aus dem Steinofen und Dolci (Süßspeisen), die immer wieder variiert würden. Als Besonderheit soll es wie in Bad Saarow eine Nudelmanufaktur geben. Die dort hergestellten Pasta und Soßen sollen auch zum Verkauf für zu Hause angeboten werden.
Wenn alles wie geplant laufe, könne Mitte/Ende September Eröffnung gefeiert werden. Die Höhe der Investition in das Haus schätzt von Dalwigk auf etwa 400 000 Euro. Das Interieur des Restaurants werde sich komplett verändern. "Der alte Tresen und das Mobiliar kommen raus, wir werden die Decke nach oben öffnen und einen Durchbruch zur Küche machen, so dass sie vom Gastraum aus zu sehen ist", sagt von Dalwigk.
Auch die Hotelzimmer inklusive der Bäder würden komplett erneuert. "Wir wollen eine sympathische, familiäre Atmosphäre schaffen mit allen Annehmlichkeiten, die man auch in großen Hotels hat", sagt von Dalwigk. Erfahrung im Übernachtungsgewerbe sammelt seine Firma, die in Bad Saarow auch noch ein bayrisches Gasthaus betreibt, seit anderthalb Jahren an der Groß Schauener Seenplatte südlich von Storkow, wo sie die Fischerei Köllnitz mit Hotel (elf Zimmer), Restaurant und Fischereibetrieb übernahm. Am Außenbereich mit Biergarten will der 48-Jährige festhalten, an der Bepflanzung nur minimal nachjustieren. "Wir freuen uns vor allem über den alten Baumbestand", sagt er.
Laut SWG-Geschäftsführer Markus Derling habe es auch "andere relevante Bewerber für den Seegasthof gegeben". Letztlich hätten aber drei Punkte den Ausschlag für Artprojekt gegeben. Zum einen habe es zeitlich gepasst. "Für mich war außerdem entscheidend, dass auch die Kompetenz für den Hotelbetrieb vorhanden ist." Und schließlich habe ihn die Investition überzeugt. "Wenn jemand so viel eigenes Geld in den Standort investiert, ist das ein Nachweis, dass es ihm um Langfristigkeit geht." Die SWG sei froh, einen Partner gefunden zu haben, der sich in Strausberg etablieren will. "Und das in einer Zeit, in der viele in der Gastronomie nicht wissen, wie es weitergeht." Maurice von Dalwigk sagt, Artprojekt wolle sich über das Hotel und die Gastronomie hinaus in Strausberg engagieren. Vor allem im Bereich Kunst. Mit dem Kunstverein habe er schon Kontakt aufgenommen.

Zwei Tiefschläge für die Gastronomie in Strausberg

Der alte Seegasthof hatte Insolvenz anmelden müssen. Für die Strausberger Gastronomie war es der erste Tiefschlag in diesem Jahr. Kürzlich war außerdem bekannt geworden, dass das Restaurant "Zur Fähre" von Pächter Tom Bongert nach der Corona-Schließung nicht wieder aufmacht. Die Sparkasse als Eigentümer sucht derzeit nach einem Nachfolger für das Restaurant.