Die regionale Bedeutung von Wind, Sonne, Erdwärme und Biomasse sowie Fragen der Energieeffizienz beschäftigten zwei Tage lang die Teilnehmer des Strausberger Forums Erneuerbare Energien.Veranstalter waren die Stadtwerke Strausberg.
Nach zwei Energieeffizienz-Konferenzen und der Strausberger Energiemesse nun also das Forum. Stadtwerke-Chef Andreas Gagel konnte sich über eine rege Teilnahme von Vertretern aus Politik und Wirtschaft freuen – sowie von Elft- und Zwölftklässlern des Oberstufenzentrums MOL.
Als Hauptredner umriss Ex-Bundesminister Volker Hauff als Mitglied der Ethikkommission für eine sichere Energiepolitik ihm wichtige Aspekte der Energiewende und betonte: „Die beste Energie ist die, die wir nicht brauchen.“ Das größte Einsparpotenzial sieht er in der Gebäudesanierung, an die 40 Prozent der produzierten Energie würden für Gebäude verwendet, sagte Hauff.
Dass dort Bedarf besteht, bestätigte auch Bürgermeisterin Elke Stadeler. Energiesparen, CO2-Reduktion und Nutzung aller Energien koste allerdings zuerst einmal Geld. Daher appellierte die Bürgermeisterin an die Landesregierung, die Kommunen und Gemeinden entsprechend zu unterstützen. Die leisteten schließlich einen gewichtigen Beitrag, damit die Landesziele erreicht würden.
Dass die Anstrengungen Strausbergs bei der Nutzung erneuerbarer bzw. regenerativerEnergien in Potsdam gewürdigt werden, betonte später Prof. Klaus-P. Schulze vom Wirtschaftsministerium. Dann überreichte er einen Zuwendungsbescheid in Höhe von ?360 000 Euro zur Umsetzung des LED-Pilotprojekts für die neue Beleuchtung in der Ernst-Thälmann-Straße. Die Bürgermeisterin zeigte sich gerührt, „obwohlich es schon länger weiß“, wie sie ehrlich hinzufügte.
Zuvor hatte Referatsleiter Schulzeberichtet, Brandenburg stehe beim Einsatz erneuerbarer Energien „an der Spitze der Bewegung“. Allerdings sei die Akzeptanz unter der Bevölkerung problematisch. Allein gegen Windkraft gibt es demnach 30 Bürgerinitiativen. Als hinderlich für eine weitere Entwicklung nannte er zudem den zu langsamen Netzausbau, fehlende Speicherkapazitäten, einen Mangel an verfügbaren Flächen und mangelnde Energieeffizienz. Geschmälert werde die an sich gute Brandenburger Bilanzauch durch den künftigen Großflughafen in Schönefeld – nämlich um jährlich eine Million Tonnen CO2.
Auch das Thema Braunkohle wurde angesprochen. Die Redner waren sich einig, dass sie als Energieträger noch mindestens 20 Jahre gebraucht werde. Unterschiedliche Auffassungen gab es allerdings zur CCS-Technologie – dem Abspalten und unterirdischen Speichern von Kohlendioxid. Volker Hauff wandte sich gegen „neue Müllhaufen“. CO2 müsse als Rohstoff und nicht als Abfall verwendet werden.
Die praktische Sichtweise, angereichert mit konkreten Beispielen im regenerativen Energiebereich,brachte Ulrich Müller, Leiter der Geschäftsregion Brandenburg/Rügen der EWE Energie AG, ein.Stadtwerke-Chef Andreas Gagel erinnerte an das Integrierte Klimaschutzkonzept für Strausberg bis 2020. Auch wenn die angestrebte jährliche Einsparung von ein Prozent CO22010 nicht erreicht wurde, sei er sicher, dass in neun Jahren eine positive Bilanz gezogen werden könne.