Seit dem 4. Oktober 1979 steht nahe der Strausberger Altstadt an der Stadtmauer das Denkmal des Roten Matrosen und erinnert an die Novemberrevolution von 1918. Am Sonnabend versammelten sich auf Einladung der Strausberger Regionalgruppe der Deutschen Kommunistischen Partei rund 50 linke Aktivisten und Veteranen, um dieses Ereignisses und seiner Protagonisten, nach denen in Strausberg noch viele Straßen benannt sind, zu gedenken. Der Sockel des Denkmals war mit rotem Fahnentuch geschmückt, und neben dem Gewehr hatte man dem Matrosen auch eine rote Fahne in den Arm gelegt. Rednerin Liane Kilinc, die Vorsitzende des Vereins „Friedensbrücke – Kriegsopferhilfe“, konnte, weil in häuslicher Quarantäne, nur per Telefon zugeschaltet werden, doch funktionierte die Übertragung tadellos. Kilinc mahnte die Bundespolitik, den Frieden ins Zentrum aller Bemühungen zu stellen und die Menschen nicht ständig auf eine Konfrontation mit Russland einzustimmen. Es gebe einen Krieg im Inneren, und zwar den zwischen Reichen und Armen. „Und der spielt bei den Corona-Protesten eine Rolle!“ Die Menschen im Osten hätten keine Reserven, und jetzt bei Corona werde der Not nur die Maske heruntergezogen.
Zahlreiche Teilnehmer der Veranstaltung legten anschließend weiße Rosen am Sockel des Denkmals nieder, DKP-Mitglieder und ehemalige hohe Offiziere der Nationalen Volksarmee ebenso wie der Kreisvorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes oder der Kreis- und Stadtverbandsvorsitzende der Partei Die Linke und Spitzenkandidat für die Bundestagswahl, Niels-Olaf Lüders.