Ursprünglich hatte die Stadt gehofft, eine Instandsetzung parallel zur Straßensanierung durch den Landesbetrieb 2014 durchziehen zu können. Es hatte sich aber herausgestellt, dass dies wegen des Untergrundes nicht möglich ist. Es musste ein grundhafter Ausbau vorbereitet werden.
Vorgesehen ist, den maroden Beton wegzunehmen und einen neuen Weg mit Betonsteinpflaster anzulegen. 2,50 Meter breit, so Planer Jürgen Lisek. Dort, wo bereits neue Abschnitte gebaut wurden - zum Beispiel das knapp 150 Meter lange asphaltierte Stück im Bereich Debnoer Straße oder an den Ausfahrten vom Bushof sowie der Tankstelle -, werden diese belassen.
Manche Radler hätten es indes lieber gesehen, den Weg komplett zu asphaltieren. Zum Beispiel Clemens Rosner, Mitglied im Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC) und nach eigenem Bekunden "Vielfahrer". Er verwies beispielsweise darauf, dass der Radverkehr zunehme und schneller werde. Zudem machte er drauf aufmerksam, dass der gepflasterte Weg in der Gustav-Kurtze-Promenade an manchen Stellen sanierungsbedürftig sei. Nicht zuletzt warb er dafür, auf Benutzungspflicht für den Weg zu verzichten, weil bei derart kombinierten Strecken maximal Tempo 15 erlaubt sei.
Die Verwaltung will indes den Radverkehr eher etwas bremsen und keine "Raserei", wie Fachbereichsleiterin Birgit Bärmann es nannte. Wer schneller fahren wolle, solle möglichst auf der Straße radeln. Die Stadt versuche, die Benutzungspflicht nicht allzu strikt zu fassen. Allerdings gebe es Strecken, von denen man Radfahrer doch lieber fernhalte. Als Beispiele nannte sie die Berliner und die August-Bebel-Straße mit mehr als 12 000 Fahrzeugen pro Tag. Überdies stehen blaue Schilder mit Radsymbol, die laut Rathaus zum Fahren auf dem Weg verpflichten, in der Prötzeler und der Hohensteiner Chaussee, der Wriezener, der Landhaus- und der Hegermühlenstraße, Teilen der Thälmann- und der Garzauer Straße sowie An der Stadtmauer, Am Flugplatz und im Gewerbegebiet. Ist am Gehweg ein weißes Zusatzschild mit Radsymbol und dem Wort frei angebracht, können Radler den Weg nutzen, müssen aber nicht.
Was die Materialwahl angeht, verwies Birgit Bärmann darauf, dass es in innerstädtischen Bereichen oft Baustellen für Leitungsverlegungen gebe. Dies lasse sich mit Pflaster einfacher bewerkstelligen. Nicht zuletzt sei die Pflasterung ein Gestaltungselement. Eine größere Breite sei aufgrund der Gegebenheiten nicht möglich, weil auch die Regenentwässerung gesichert sein müsse. Bei einem kleinen Abschnitt muss sogar auf Rohrrigolen bzw. Rohrleitung zurückgegriffen werden, weil Mulden nicht möglich sind.
Überdies sollen an Fußgängerquerungen "taktile Elemente" und Bordabsenkungen zum Einsatz kommen, an Ampeln zusätzlich auf der anderen Fahrbahnseite ergänzt werden. Und die Bushaltestelle Stadtwald soll noch ein Regenschutzhäuschen bekommen. Andreas Fuchs (CDU) regte an, an den Überfahrten durch Piktogramme Kraftfahrern deutlicher zu machen, dass sie mit Radfahrern rechnen müssen. Der umweltfreundliche Verkehr solle bestmöglich geschützt werden, warb er.
Als Baukosten für die knapp einen Kilometer lange Strecke sind 250 000 Euro veranschlagt. Auch Anlieger werden zur Kasse gebeten, für den Weg an der Hauptverkehrsstraße mit 35 Prozent.
Wenn alles nach Zeitplan läuft, soll die Ausführungsplanung im Februar vorliegen, dann die Ausschreibung erfolgen. Als Baubeginn ist Mai 2016 angepeilt. Fertig sein könnte die Strecke dann im November.