Es war die Rolle rückwärts von der Rolle rückwärts: Nachdem Bürgermeister Ansgar Scharnke (Die Parteilosen) in den Ausschüssen noch mit seinen Argumenten punkten konnte, war es in der Runde der kompletten Gemeindevertretung anders. Er hatte zwar zu Beginn in Aussicht gestellt, das Rathaus werde umgehend die nötigen Schritte für die Erweiterung des Spielgeländes der Kita Kleine Sprachfüchse auf den Weg bringen und für einen öffentlichen Spielplatz einen anderen Standort weiter weg von der viel befahrenen Landesstraße finden, konnte damit jedoch keine Mehrheit gewinnen.
Marianne Hitzges (SPD) erinnerte daran, dass der Spielplatz auf dem Grundstück Hönower Chaussee 8 vor drei Jahren einstimmig beschlossen und als „sehr wichtig“ angesehen worden sei. Er sei inzwischen fertig geplant, und da keine echte Alternative angeboten werde, sollte man den alten Beschluss nicht kippen. Das Argument, der Platz nahe der stark frequentierten Straße berge Sicherheitsrisiken für die Kinder, hielt sie für „nicht stichhaltig“.
Ähnlich sah es Georg Stockburger (Grüne/B 90). Der Standort wäre für die Kita erreichbar und wichtig für andere Kinder in dem Gemeindegebiet, mithin nicht nur vertretbar, sondern gut, befand er und warb dafür, die vom Bürgermeister favorisierte Aufhebung des alten Beschlusses zu streichen und nur die zusätzliche Erweiterung des Kita-Geländes um 300 Quadratmeter auf den Weg zu bringen und dazu den Bebauungsplan Am Amselsteg zu ändern.
Kita-Leiterin Britta Wichmann bestätigte dem Gremium, dass die Hönower Chaussee und Straße 1 für die Kinder kein Problem wären. „Wir würden uns über die Erweiterung freuen, aber auch, wenn der Spielplatz gebaut würde“, sagte sie. Der sei schließlich von den Kindern mit geplant worden. Arno Gassmann (Linke) wollte dieses „Wort der Fachfrau nicht anzweifeln“, stellte sich deshalb hinter Stockburgers Idee. Dessen Fraktionskollege Hartmut Kretschmer hielt hingegen den Standort nahe der Straße für „keine Ideallösung“. Er könnte stattdessen als zusätzlicher Puffer und Grünfläche am Ortseingang gewonnen werden. Die Erweiterung der Kita-Spielfläche hielt er indes nach Gesprächen bei der Naturschutzbehörde für machbar.
Scharnke machte noch einmal auf Lärm und Abgase an der Stelle aufmerksam, denn vor der Fläche stünden zu Spitzenzeiten definitiv Autos im Stau vor dem Kreisel am Stern. Der Bürgermeister erinnerte an die im Spreti-Park und am Rathaus entstandenen Spielplätze und an die Spielplatzkonzeption, die für Neuenhagens Norden auf dem Gut Flächen für einen Spielplatz ausweise. Doch das zog bei der Mehrheit nicht. Corinna Fritzsche-Schnick (CDU) sagte, sie sei ja „zu jedem Kompromiss bereit“, aber es fehle ein öffentlicher Spielplatz. Lärm und Abgase anzuführen, ließ sie nicht gelten: „Die Kita steht ja auch da.“
Am Ende folgten 16 Gemeindevertreter Stockburgers Vorschlag, sieben dem Bürgermeister (zwei Enthaltungen).