Im Januar  2019 hatte es den Aufstellungsbeschluss des Bebauungsplans gegeben, danach einen Vertrag mit der Gemeinde. In der Folge sei der erste Entwurf entstanden mit Kartierungen und "erheblichen Kosten", wie er betonte. Parallel wurde eine Änderung des Flächennutzungsplans vorbereitet. Bei der nun erfolgten Beteiligung der Öffentlichkeit hätten nur fünf Bürger reagiert. Eine geplante Anwohnerversammlung sei wegen Corona ausgefallen. Er warb dafür, Abwägung und Entwurf zu bestätigen. Es gebe ja noch eine zweite Bürgerbeteiligung, sagte er, nachdem zuvor Anwohner der Ahornallee Bedenken geäußert hatten.

Grünfläche und Biotop gefährdet

So hatte Gerd Falter den Standort kritisiert. Man bekäme eine Industrieanlage "hautnah vor die Tür", monierte er und hatte eine Liste mit 25 Unterschriften mitgebracht. Er bemängelte zudem den Informationsfluss. Eine weitere Anwohnerin sah ein wertvolles Biotop gefährdet und eine innerorts "fast einzigartige" Grünfläche. Es gebe Alternativstandorte, man solle nicht nur die Belange der Genossenschaft beachten, forderte sie. Grützbach erinnerte in dem Zusammenhang an vorgesehene "Ersatzpflanzungen in erheblichem Umfang" gerade zwischen der Fläche und der Wohnbebauung sowie 65 weitere Baumpflanzungen im Ort. David Idczak aus der Verwaltung verwies darauf, dass das Verfahren genau vorgeschrieben und auch so abgelaufen sei. Die Unterlagen waren im Amt einseh- oder online abrufbar. Der Ortsentwicklungsausschuss habe mit knapper Mehrheit von 4:3 für die Billigung der Unterlagen plädiert, eine weitere Offenlage des Entwurfs werde folgen, erläuterte er.
Rudolf Heller (CDU) erinnerte daran, dass die Gemeinde seit Jahren nach weiteren Möglichkeiten zur Energiegewinnung gesucht und sich seinerzeit nicht ohne Grund für den Standort entschieden habe. Er riet, Planungssicherheit für die Genossenschaft zu schaffen. Michael Henschke (BGR) sagte, er könne die Anlieger verstehen, halte aber ihre Bedenken für nicht zutreffend.
Widerspruch kam hingegen von Torsten Franke (FÜR). Der Ort sei "eingezingelt" von Windkraft, man baue für Stromerzeugung, Lebensqualität bleibe auf der Strecke. Vor Freiflächen sollten erst einmal Dächer für Photovoltaik genutzt werden. Sein Fraktionskollege Steffen Hunger sah ebenfalls keine Option. Es sei ja kein Ausgleich für Windkraft. Die 32 Anlagen um die Gemeinde reichten schon jetzt zweimal für die Versorgung des Ortes.
Gerhard Schwarz (Linke) warnte davor, Glaubwürdigkeit zu verlieren, wenn Beschlüsse wenig später wieder über den Haufen geworfen würden. Für konkrete Konflikte ließen sich Lösungen finden, war er überzeugt.

Amt prüft Beanstandung des Beschlusses

Bürgermeister Patrick Gumpricht (FÜR) kündigte ebenfalls Ablehnung an. Es seien "grobe Fehler" gemacht worden, Biologen warnten vor der Anlage an der Stelle, erklärte er. Die Genossenschaft könne nicht auf ein Ja bauen. "Das ist unternehmerisches Risiko."
In namentlicher Abstimmung fiel die Änderung des Flächennutzungsplans mit 6:6 (zwei Enthaltungen) durch, der B-Plan-Entwurf wurde mit 7:6 bei einer Enthaltung gebilligt. Dirk Siebenmorgen vom Amt sagte am Donnerstag der MOZ, es sei noch in Klärung, ob ein Beschluss beanstandet werden müsse.