Der Bebauungsplan für das Gewerbegebiet zwischen Fredersdorfer und Seestraße ist bereits seit März 2006 in Kraft. Seit Januar 2007 gibt es zudem drei städtebauliche Verträge: für den Straßenausbau, für Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen innerhalb und außerhalb des Plangebietes sowie für Sanierung von Wald. Die Erschließungsflächen wurden vermessen und der Gemeinde übertragen. Zudem gab es ein Insolvenzverfahren für ein beteiligtes Unternehmen, seither keine Aktivitäten mehr.
Zwischenzeitlich hat eine GmbH einen Großteil der Fläche erworben und möchte den Bebauungsplan umsetzen und dazu in alle städtebaulichen Verträge eintreten. Die seien an die heutigen Erfordernisse angepasst, hieß es aus der Verwaltung.
Aus Vogelsdorf gibt es indes Kritik. Insbesondere in Sachen Verkehr. Schließlich seien die Konzepte schon über zehn Jahre alt, seien die Fahrzeugströme auf der Fredersdorfer Straße deutlich größer als damals. „An der B 1-Kreuzung reicht der Stau heute schon bis über die Autobahnbrücke“, moniert Uwe Heilmann (WIR). Der Vogelsdorfer prognostiziert zudem Probleme, wenn Laster über die Seestraße nicht den Weg zur B 1, sondern durch den Ort nähmen. An vorgeschriebene Tempobegrenzungen hielten sich nach den Erfahrungen ohnehin die wenigsten – nach einem jüngst veröffentlichten Überblick der Gemeinde gerade einmal 20 Prozent. Gegebenenfalls müsste man das Konzept überarbeiten, befand er. Zumal noch nicht feststehe, welches Gewerbe konkret angesiedelt werde.
Volker Heiermann (SPD) erinnerte daran, dass die Seestraße seinerzeit als Lkw-Zufahrt für das Gebiet vorgesehen war und zur B 1 auch entsprechend ausgebaut ist. Die  Bewohner der gut 30 geplanten Eigenheime würden sich ihren Weg selbst suchen, sagte er.  Erfahrungswerte besagten, dass der Verkehr dorthin fließe, wo es am schnellsten geht, bescheinigte Bürgermeister Thomas Krieger (CDU). Aus seiner Sicht ist das die Anbindung Seestraße.
Arco Auschner (CDU) erwartet im Gegensatz zu Heilmann keine gravierenden Probleme. „Die Kreuzung an der B 1 zum Multicenter müssen wir sowieso angehen“, äußerte er. Er sprach sich dafür aus, die Verträge als Gemeinde abzuschließen und den Bebauungsplan „mit Leben zu erfüllen“, damit zusätzliche Gewerbeflächen entstehen. Denn die würden von vielen Firmen händeringend gesucht, begründete er.
Der Hauptausschuss hatte sich zuletzt klar für den Vertragsabschluss ausgesprochen. Am Donnerstag fällt nun die Entscheidung.