An die 180 Gäste waren am Freitagabend der Einladung in den Saal des Restaurants "Zur alten Linde" gefolgt. Gekommen waren neben anderen auch Landtagsabgeordnete verschiedener Parteien, die Bürgermeister einiger umliegender Kommunen und eine Abordnung der polnischen Gemeinde Zwierzyn. Für einen stimmungsvollen Auftakt hatten die Kinder der Kita Fuchsbau mit einem kleinen Programm gesorgt.
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Anschließend griff der Bürgermeister zum Mikrofon. Gleich zu Beginn würdigte Reiner Donath die freundschaftliche Zusammenarbeit mit den polnischen Partnern und äußerte die Hoffnung, dass sich die Kooperation so weiterentwickeln möge, "trotz mancher unverständlicher Signale in Warschau oder auch Berlin".
Diesen Gedanken griff später auch sein Zwierzyner Amtskollege Tomacz Marc in seinem Grußwort auf, als er unter Beifall erklärte: "Die oben streiten sich, aber die unten denken anders."
Bevor Reiner Donath auf die Entwicklung seiner Kommune einging, streifte er kurz die Weltpolitik. Er kritisierte, dass für viele Probleme zunehmend die Ausländer ausgemacht würden, "undifferenziert, ob bedauernswerter Flüchtling oder brutaler, organisierter Krimineller". Probleme verursachten aber unter anderem die "Hilflosigkeit Europas und das Versagen der staatlichen Macht". Donath warnte, "der Hass darf unsere Gesellschaft nicht beherrschen".
Beim Rückblick auf das Jahr 2015 verwies er auf die zahlreichen Bauvorhaben. Allein 2015 seien 75 Bauanträge gestellt worden. Die Einwohnerzahl wachse zwar langsam, aber stetig. Ende 2015 lag sie bei 4788 - das waren 295 mehr als vier Jahre zuvor. Die Schattenseite sei, dass trotzdem immer noch nicht alle Wohnungswünsche erfüllt werden könnten. In dem Zusammenhang dankte Donath zum Beispiel Investor Ägidius Stüve, der in diesem Jahr an der Ernst-Thälmann-Straße 30 insgesamt 14 Einheiten betreutes Wohnen bauen wolle: "Wir sollten ihm dafür alle mögliche, notwendige Unterstützung geben", betonte Donath.
Als Erfolg wertete Donath die Haushaltslage. Weder 2016 noch in den Folgejahren werde es im Saldo ein Minus geben. Beim Straßen- und Wegebau wies er auf Fortschritte. Großer Nachholbedarf bestehe in Rehfelde-Dorf.
Wie zu Beginn die Kinder in ihrem Programm sprach auch der Bürgermeister die Enge in der Kita an. Unterstützung fand er bei Amtsdirektor Marco Böttche. Der hatte in seiner Rede erklärte, dass der Bauantrag für den Kita-Erweiterungsbau vor Weihnachten eingereicht worden sei und er auf eine schnelle Bearbeitung hoffe.
Im Zusammenhang mit Dankesworten an die vielen Ehrenamtler in der Kommune würdigte er auch die Ortswehren mit ihren insgesamt 210 Mitgliedern, davon 122 Einsatzkräften.
Später stellten sich die Feuerwehren dann noch ausführlich in einer umfangreichen Videopräsentation vor.
Werbung in eigener Sache machen konnte später mit einer Präsentation auch der IT-Dienstleister Inter-Data, der Rehfelde mit dem schnellen Internet ausstattet.
Zum Schluss des offiziellen Teils kamen die Ehrungen. Mauermeister Heinz Liss hatte gleich doppelt Grund zur Freude: Einmal über seinen Goldenen Meisterbrief und dann über die Glückwünsche zum Geburtstag - er wurde am Freitag 88 Jahre alt. Besonders herausgestellt wurde auch das Wirken von Hartmut Haube, der ins Goldene Buch von Rehfelde eintragen durfte.