Erst wenn der Trägerwechsel durch den Neubeschluss und die Genehmigung über den Tisch von Bauamtsmitarbeiterin Elke Bundrock gegangen sind, kann Investor Vagram Ekavyan die Baugenehmigung für das geplante Sport- und Touristenzent-
rum erhalten. Der Armenier will das Schlossareal schrittweise sanieren, umbauen und zu einem multifunktional genutzten Zent-
rum ausbauen.
Bürgermeister Rudolf Schlothauer informierte die Gemeindevertreter vor dem Votum über die Vorhaben des Investors. In einer ersten Etappe sollen das Schloss, die Remise und die Orangerie saniert sowie die Wege, Straßen und Parkplätze erschlossen werden.
Im Schloss selbst sind laut des Architekten Georg Werner 30 Gästezimmer und Gastronomie geplant. Bis zum 
300. Schlossgeburtstag im nächsten Jahr will der Investor die Sanierungsmaßnahmen weitgehend abgeschlossen haben, so der Architekt. Zumindest die Fassade soll bis dahin in neuem Verputz erstrahlen und der Festsaal Besuchern zugänglich sein. Denn das Jubiläum will der Schlossherr gemeinsam mit zahlreichen Gästen und den Prötzeler Bürgern feiern, wie er auf der jüngsten Sondersitzung des Hauptausschusses 
signalisierte.
In einer zweiten und dritten, zeitlich nicht festgelegten Etappe sollen dann auf dem121 Hektar großen Grundstück offene und geschlossene Tennisplätze, ein Neubau zwischen Schloss und Friedhof sowie ein Golfplatz entstehen. Allerdings bestehe bei letzterem Vorhaben noch die Problematik der OPAL-Pipeline, die zwischen Prötzel und Prädikow verläuft, so der Architekt.
„Was haben wir davon?“, fragte Andreas Behnen, Ortsvorsteher von Prädikow. Er wollte zudem wissen, ob das Sport- und Touristenzentrum zum Beispiel auch für Bürger der Gemeinde zugänglich sei. Auch wurde die Befürchtung geäußert, es könne mit dem Bau zu einem erhöhten Verkehrsaufkommen im Ort kommen. „Welche Wahl haben wir denn?“, fragte Amtsdirektor Karsten Birkholz zurück und machte deutlich, dass der Investor und seine Pläne nach Möglichkeit von der Gemeinde unterstützt werden sollten.
Dass dies auch im Sinne der Gemeinde sei, bestätigte Rudolf Schlothauer: „Wir wollen, dass die Baugenehmigung erteilt wird. Es liegt uns am Herzen, dass das Schloss erhalten bleibt“, sagte er. Prötzels Ortsvorsteher, Olaf Kaupat (CDU), regte an, dass die Pläne des Investors auch den Bürgern dargelegt werden sollten, damit sie sich selbst ein Bild von dem Vorhaben machen könnten. Schließlich habe die Gemeindevertretung mit ihrem Ja zum Vorhaben- und Erschließungsplan klar Position bezogen. „Ich hoffe, jetzt setzt er auch ein Zeichen“, erklärte Olaf Kaupat. Bürgermeister Schlothauer kündigte an, sich mit dem Besitzer des Schlosses diesbezüglich in Verbindung setzen zu wollen.
Sofern die Baugenehmigung erteilt wird, erläuterte Amtsdirektor Karsten Birkholz, habe der Investor sechs Jahre Zeit, mit seinem Bauvorhaben zu beginnen. Bereits vergangenen Montag hatte der Armenier jedoch zugesichert, so schnell wie möglich mit den Bauarbeiten starten zu wollen.