April ist Frank Elstermann innerhalb der Stadtwerke-Gruppe als Geschäftsführer neben dem Bereich Energie auch für den Sport- und Erholungspark verantwortlich. Genug Zeit, um eine erste kleine Analyse vorzunehmen. Um das Areal zukunftssicher zu machen, will Elstermann bis Jahresende ein Konzept erstellt haben, das kurz- und mittelfristig zeigt, wie sich der Park entwickeln soll, kündigt er an.
40 000 Besucher im Jahr
"Der Park ist ein wichtiger Bestandteil der Stadt, ist Heimat von vielen Vereinen und Sportstätte für Schulen und Kitas", sagt Elstermann. Etwa 40 000 Menschen kämen jährlich auf das Gelände, Besucher der Sportwelt, des Kletterparks und von Veranstaltungen wie Muslim-Cup und Polizeisportfest mitgezählt. "Mein erster Eindruck ist positiv, die neun SEP-Mitarbeiter sind ein tolles Team. Vom Greenkeeper über die Betreuer der Herberge bis zu denjenigen, die sich um administrative Dinge kümmern wie Arbeitsplanung, Eventmanagement bis zu Themen wie der He­rausgabe von Schlüsseln und Verwaltung von Schulungsräumen", sagt er. Auch die Zusammenarbeit mit den Vereinen laufe gut.
Verbesserungsbedarf sieht Frank Elstermann hinsichtlich der Außenwirkung und Vermarktung. "Wir könnten noch transparenter machen, was wir alles zu bieten haben", sagt er. Da gebe es die "super Leichtathletikanlage mit Tartanbahn", den Beachvolleyball- und die Fußballplätze. Gebäude wie die Sporthalle 35 würden vor allem in den Wintermonaten genutzt, im Sommer gebe es noch Luft nach oben. Ebenso bei der Herberge, die unter 50 Prozent ausgebucht sei, vorwiegend von Vereinen, Schulen und Kitas genutzt werde. "Man kann dort wunderbar mit seinen Freunden ein Wochenende verleben, grillen, Sport treiben", wirbt er für eine höhere Auslastung im privaten Bereich. Entwicklungspotenzial sieht er im Eingangsbereich des Parks von der Landhausstraße aus. "Viele fahren am SEP vorbei, weil nicht klar ersichtlich kommuniziert wird, was hier geboten wird. Ich will, dass sich das ändert und dieser Teil optisch ansprechender gestaltet wird." Elstermann stellt sich dort eine Reaktivierung der alten Skaterbahn vor, einen Spielplatz, Bänke. "Dann wäre der Park für Familien noch attraktiver."
Mit diesen niedriginvestiven Dingen, wie Elstermann diese Maßnahmen nennt, soll bei der Modernisierung des Parks begonnen werden. Aber auch an die großen Investitionen will er mittelfristig heran. So solle sein Konzept auch beinhalten, wie bestimmte Gebäude zukünftig genutzt werden beziehungsweise wie Alternativen für ihre Nachnutzung aussehen, wenn sie abgerissen werden müssten. Die Traglufthalle und die Ernst-Grube-Sporthalle seien zum Beispiel "energetische Sanierungsfälle. Hier muss unser Konzept klare Aussagen treffen, was wir damit machen." Fördermodelle sollen die Investitionsvorhaben unterstützen.
Eng mit der Stadt abstimmen
Das Zukunftskonzept soll in enger Abstimmung mit der Stadt entstehen. "So können wir sehen, welches Angebot anderswo noch fehlt, was vom SEP noch mit abgebildet werden kann." Außerdem könne man die Kapazitäten und Technik des Parks möglicherweise auch für andere Sportstätten nutzen. "Unsere Leute reparieren viel selbst, dadurch brauchen wir wenig Fremdfirmen." Ziel sei es, nach den anfänglichen Investitionsbedarfen die Bezuschussung durch die städtischen Unternehmen von jährlich 175 000 Euro sukzessive zu reduzieren. "Vielleicht erreichen wir ja in ein paar Jahren mal wieder die Gewinnschwelle."
Aber auch aktuell wird schon einiges getan. Eine große Investition startet nach den Ferien mit Arbeiten an der Abwasserleitung im Park. Deren Sanierung wird bis Mitte 2020 umgesetzt. Die Kosten liegen im unteren sechsstelligen Bereich. Voll im Gange ist die Erweiterung der Judohalle, für die der SEP ein Darlehen in Höhe von etwa 200 000 Euro zur Verfügung stellte.

Sport- und Erholungspark

Der 27 Hektar große Sport- und Erholungspark an der Grenze zu Petershagen-Eggersdorf wurde 1899 als Pferderennbahn errichtet. Seit 1993 existiert er als Sport- und Erholungspark GmbH, nachdem er zu DDR-Zeiten Teil des Strausberger Kultur- und Sportzentrums der NVA war. Die Hauptaufgabe  der Gesellschaft, die heute zur Gruppe des Stadtkonzerns Straus­berg gehört, besteht in der Betreibung von Sportanlagen der Stadt Strausberg, insbesondere innerhalb des Sportsondergebiets, als das der SEP im Flächennutzungsplan der Stadt ausgewiesen ist. Einige private Betreiber wie der Kletterpark Climb Up!, das Haus am Park oder die Sportwelt Strausberg/American Sport‘s Diner machen den SEP auch zum touristischen Anziehungspunkt. Zahlreiche Vereine wie der KSC, Sportschützen und Countrydancer haben ihre Heimstatt an der Landhausstraße. js