"Eine tolle Bahn", strahlte der 72-jährige Klaus Wagner, der mit einer großen Mannschaft nach Fredersdorf-Vogelsdorf kam. "Natürlich hat der SC Berlin auch in puncto Talenteförderung im Radsport eine große Verantwortung. Ab einem Alter von sechs Jahren können Kinder bei uns in das Training einsteigen. Anfängern werden die Räder gestellt. Trainiert wird auf der Straße und auf der Bahn im Velodrom. Die Kleinsten trainieren innerhalb einer abgesicherten 800-Meter-Runde im Sportforum Hohenschönhausen", erklärt Wagner, der in Berlin-Hohenschönhausen wohnt und seinen Sport auch als sein Leben bezeichnet. Er kommt seit vielen Jahren mit seinen Talenten nach Fredersdorf-Vogelsdorf und nutzt die guten Bedingungen für Leistungstests unter Wettkampfbedingungen seiner Radsportler.
Ähnlich ist das auch bei Dan Ratke vom Frankfurter Radsportclub 90, der sich im Verein um die Nachwuchsarbeit kümmert und zugleich auch als Landestrainer fungiert. "Ich denke, wenn die Kinder heute mit knapp zehn Jahren auf ein Rennrad steigen, dann ist das ein gutes Einstiegsalter", sagt der Junioren-Weltmeister im Mannschaftszeitfahren von 1981. "Der große Unterschied zum Fußball zum Beispiel ist, dass es bei uns recht wenige Verletzungen gibt und unser Training doch sehr vielseitig ist. Fußballer spielen meist nur Fußball. Wir laufen, schwimmen und sind eben auch viel unterwegs."
Besser konnte es nicht passen, was dann der elfjährige Nik Zielke erklärte: "Ich habe beim FC Strausberg im Fußballtor gestanden. Das Training war fast immer gleich. Radfahren - dabei werde ich bleiben. Ich habe schon knapp 1000 Kilometer in diesem Jahr abgespult."
Fast schon als einer der Erfahrenen gilt Nico Daum von den RSG Sprintern aus Fredersdorf-Vogelsdorf. "Auf der Bahn fühle ich mich recht wohl", sagte er und verweist auf seinen zweiten Platz im Zukunftsrennen (Punktefahren) innerhalb des Sechstagerennes im Berliner Volodrom Anfang des Jahres. In dem Alter darf man sicherlich noch Idole oder Vorbilder haben "Habe ich. Besonders finde ich den Slowaken Peter Sagan oder den Spanier Contador Alberto toll. Beide gehören zu den Sprintern, worin ich auch meine Stärke sehe", sagt der junge Mann selbstbewusst. Der war dann sehr glücklich, dass er seinen ärgsten Konkurrenten seiner Altersklasse, Malte Maschke vom Frankfurter Radsportclub 90, bezwingen konnte.
"Wir haben momentan gerade mit der Altersklasse der U 11 ein kleines Nachwuchsproblem", erklärt der neue Chef von der RSG Sprinter Andreas Wedler. "Es wird aufgrund der Erkrankung unseres nunmehr Ehrenvorsitzenden, Detlef Preuss, einen kleinen Umbruch im Verein geben müssen", sagte Wedler, der selbst zwei Jungs hat, die im Radsport aktiv waren. "Beide haben aber heute kaum noch Zeit für Radsport."
Der Abteilungsleiter Radsport beim KSC Strausberg, Matthias Behr, der an diesem Tag die Strausberger Mannschaft betreute, war beim Blick auf den Ergebnisspiegel durchaus zufrieden. "Wir sehen das bei uns etwas anders und zählen nicht unbedingt nur die vorderen Platzierungen. Die Kinder sollen Spaß haben und vor allem Erfahrungen sammeln. Und dafür sind die Rennen auf der Bahn optimal. Natürlich ist die Trainingsarbeit beim RSC innerhalb des KSC auch leistungsorientiert", sagte Behr und erklärte weiter: "Die großen Wettkämpfe kommen noch und es somit lässt sich derzeit noch von der Aufbauphase dieser Saison sprechen."