"Wer einen Grundstein legt, tauscht Hoffnung gegen Gewissheit", formulierte Brandenburgs Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD). Und dies sei ein guter Tausch, denn gut 200 Polizisten erhielten in absehbarer Zeit bessere Arbeitsbedingungen. "Die sie auch dringend brauchen", bestätigte er. Er selbst sei ja nur "Stiefvater" des Vorhabens, der "Vater" sei der heutige Ministerpräsident Dietmar Woidke, die "Mutter" Strausbergs Bürgermeisterin Elke Stadeler. Ohne sie wäre das Projekt nie geboren worden, bescheinigte er.
Die Bürgermeisterin erinnerte auch selbst an das Zustandekommen. Bei einem Besuch 2012 am alten Standort mit dem "Charme der 60er-Jahre" habe Woidke, damals Innenminister, anerkannt, dass es so nicht bleiben könne und der Stadt nahegelegt: Na, dann bauen Sie doch. Sie sei froh, dass sie bei anschließenden Gesprächen im Chef der Strausberger Wohnungsbaugesellschaft (SWG) Hartmut Ehrlich einen Partner gefunden habe, der dieses besondere Projekt verwirklichen wollte, sagte Elke Stadeler. Die Gremien hätten alle Beschlüsse einstimmig gefasst und die SWG auch ohne zu murren einen "opulenten" Preis für das Grundstück bezahlt, das "zufällig" der Stadt gehörte. Den Standort Hegermühle habe ihr der eigene Sohn - Bundespolizist - "aus taktischen Gründen" nahegelegt, berichtete sie. Schließlich sind von hier aus viele Orte im Zuständigkeitsbereich der Inspektion schnell erreichbar.
Im Frühjahr 2014 begannen die Verhandlungen mit dem Landesbetrieb für Bauen und Liegenschaften, im September war Vertragsunterzeichnung. Die Planung war Mitte April 2015 so weit, dass der Bauantrag eingereicht werden konnte, Ende Juli wurde die Genehmigung erteilt. Und seit Anfang August wird gearbeitet.
Auch Ehrlich bescheinigte allen Beteiligten, "sehr flink" gewesen zu sein. Lediglich das "Projekt Eidechse" habe eine kleine Verzögerung gebracht. Die Tiere sind inzwischen in ein eigenes Habitat im Norden des Grundstücks umgesiedelt, ein Folienzaun hält sie von der Baustelle fern. Ehrlich zeigte sich überzeugt, dass die städtischen Gesellschaften das Vertrauen rechtfertigen werden. Beide Gesellschaften haben in der Stadt inzwischen Investitionen für mehr als 250 Millionen Euro umgesetzt. Die Stadtwerke sind mit im Boot, weil die SWG nur Häuser bauen darf, nicht aber Betriebsvorrichtungen und Technik. Das reiche von Audio/Video bis zum Zaun, erläuterte Geschäftsführer Andreas Gagel.
Etwa neun Millionen Euro fließen nun in den L-förmigen Dreigeschosser mit einer Fläche von rund 3750 Quadratmetern, der in traditioneller Bauweise von der Märkischen Ingenieurbau Wriezen errichtet wird. Bei der Finanzierung unterstützt die Investitionsbank des Landes mit langfristig guten Konditionen.
Der Innenminister hob die Bedeutung der Inspektionen im Land hervor. Sie seien "die regionalen Basisstationen" der Polizei. Dort fänden Bürger, Kommunen und Wirtschaft die polizeilichen Ansprechpartner. Und die leisten in Märkisch-Oderland eine gute Arbeit, wie Polizeipräsident Hans-Jürgen Mörke deutlich machte. Die Aufklärungsquote sei mit 57 Prozent eine der besten, die Zahl der Unfälle und Verkehrstoten sei rückläufig und die Kriminalität stagniere, so seine Statistik.
Bei den traditionellen Hammerschlägen auf die Steine über der eingemauerten Kartusche mit der aktuellen Tageszeitung, den Plänen und Münzen wünschte Ehrlich unfallfreies Bauen und dass alle Erwartungen erfüllt würden, Gagel, dass immer die Technik funktioniere, und Schröter, dass hier Polizisten arbeiten, die die Uniform mit Stolz und Freude tragen.
Leise Kritik gab es indes auch: "Das ist zehn Jahre überfällig. Und hätte es 2014 keine Wahl gegeben, wäre es noch nichts geworden", bemängelte ein Gast.