Doch bis es so weit war, bedurfte es einer deutlichen Leistungssteigerung und wahrscheinlich auch einer deutlichen Halbzeitansprache des Trainers. Die Partei verlief in der ersten Halbzeit nämlich noch recht ausgeglichen und es ging mit einer nur knappen 16:15-Führung in die Kabine.
Der MTV spielte zwar druckvoll und auch mit sehr viel Schwung, hatte aber mit der guten Abwehrarbeit der Gäste und ihrem sehr gut aufgelegten Torhüter Roman Schäfer so seine Probleme. Die Abwehr der Berliner stand sehr offensiv und die Spieler des VfL waren äußerst beweglich. Den Torgaranten wie Florian Riegler oder Fabian Plaul behagte das gar nicht. Lichtenrade ging sogar in Führung, auch weil sich in das Spiel der Altlandsberger immer wieder leichte Fehler einschlichen. Erst nach einer Auszeit  wurde das Spiel auch effektiver und wieder genauer. Der VfL bewies aber bis dahin, dass er an sich besser ist, als es der Tabellenstand aussagte. Die Berliner  spielten zum Teil sehr gefällig mit und hatten selbst einige sehenswerte Angriffsaktionen. Ihre besten Werfer waren Jonas Beer und Anton Buschkow.
Feuerwerk nach der Halbzeit
Der zweite Durchgang begann mit einem wahren Feuerwerk der Gastgeber. Florian Riegler und Toni Steven Schäl waren nicht mehr zu halten. Sie warfen den MTV binnen fünf Minuten auf 21:15 in Front. Vor allem Schäl machte mächtig Betrieb und seine Gegenspieler sahen in vielen Fällen nur noch seine Rückennummer. "Nein, eigentlich bin ich gar nicht so schnell", antwortete er später auf die Frage, welche Zeit er über den 100 Meter-Sprint laufen kann. "Seit ich mit Simon Kapa aber den Antritt im Speziellen übe, klappt das auch sehr gut." Schäl veredelte fast jeden Konter der Altlandsberger mit einem Tor und zog den Berlinern damit auch den Nerv. Dazu kamen dann die wuchtigen Würfe aus dem Rückraum von Riegler. VfL-Torhüter, NikolasFrey, der den angeschlagenen Schäfer ersetzte, konnte die Bälle nur aus dem Tor holen. Schäl warf elf Tore, Riegler traf zwölfmal.
Und wenn es einmal richtig gut läuft, dann gelingen auch Kunststücke, wie Rieglers Tor zum 28:19. Er hämmerte den Ball aus großer Entfernung aufs Tor und traf. Und erneut muss Schäl genannt werden. Nach einem super Abspiel von MTV-Torhüter Kevin Deisting flog Schäl wieder heran und jagte im Fallen den Ball unter die VfL-Querlatte. "Super Toni, super Toni, hey, hey", hallte es verdient aus dem Publikum.
Hat es Ihnen heute Spaß gemacht, ging die Frage an MTV-Trainer Ralf Böhme. "Die erste Halbzeit überhaupt nicht. Ich weiß nicht, woran meine Spieler so dachten. Aber die zweite Halbzeit war großartig. So einfach, so schön und so erfolgreich kann Handball sein", sagte ein zufriedener Trainer nach einem gelungenen MTV-Abend vor heimischem Publikum.
MTV Altlandsberg: Kevin Deisting, Meik Rockel – Dominique Henschel (3), Simon Kapa (5), Arian Thümmler, Florian Riegler (12), Hendrik Retschalg (1), Toni Steven Schäl (11), Dominic Witkowski (1), Fabian Plaul (1), Yannik scheffel (1), Tim Ole Neumann, Tim Bartels (4)