Acht Jahre war Eva Schneider alt, als ihre Eltern 1926 eine Parzelle in der Bauernheide kauften, wo sich heute das Siedlungsgebiet Herrensee erstreckt. Eierkistenbretter aus Dänemark, Bollerwagen und mehr gehörten damals zu den Utensilien, um dort ein Wochenendhäuschen zu errichten. Ilse Kraft weiß sich zu erinnern, wie sie als Vierjährige mit ihrem Cousin auf einem Handwagen Brot und Brötchen vom Bahnhofsbäcker in die Kolonie Richterswalde schaffte, die dieser dort verkaufte.
Aber auch ganz andere Erinnerungen an "Kindheit in Rehfelde" vereint die Broschüre, die der Verein IG Rehfelder Heimatfreunde als Begleitheft zu der im Mai gezeigten gleichnamigen Ausstellung herausgebracht hat: Von den Bombentrichtern am Schulweg 1944, vom Feldlazarett im Wäldchen zwischen Bebel- und Lindenstraße, vom Tieffliegerangriff. Und dann: Eine Nachtwanderung in der Gegenwart, beschrieben von Lisa und Lina nach dem Besuch bei den Großeltern in Rehfelde. Oder Rosalies Flötenspiel zur Kaffeekannen-Ausstellung ...
Die Broschüre ist ein buntes Kaleidoskop geworden, ein Puzzle aus Erinnerungen alter und junger Menschen, aus Fotos, Zeichnungen. Toni gestaltete gar einen lehrreichen Kindergarten-Spaziergang im Hexenwald. Ein kleines, aus Besuchen, Gesprächen, Berichten mühsam zusammengesetztes Spiegelbild Rehfeldes liegt damit vor, das es wert ist, in Besitz genommen zu werden.
Es ist beileibe nicht das Einzige, was in der Heimatstube erworben bzw. eingesehen werden kann. Eine richtige Handbibliothek haben die Akteure um Martin Tesky, Helmut Grützbach und weitere angelegt. Sie ermöglicht Nachschlagen und Stöbern zu den Öffnungszeiten der Heimatstube neben dem Besuch von ständiger und Motto-Ausstellungen.