Die Rektorin der Stadtschule war voreilig. Schon in der Einwohnerfragestunde dankte Heidelind Uhlig der Verwaltung, dass Planungskosten für den Schulerweiterungsbau in der Klosterstraße 10 doch noch in den Haushalt 2017 eingestellt worden seien. Immerhin sind die Räumlichkeiten nicht größer geworden, seit sie 1998 in die Schulleitung eintrat. Damals aber lernten an der Stadtschule 260 Schüler, heute fast 700, Tendenz steigend.
Bis dahin aber kam es in der Sitzung der Stadtverordneten am Dienstag gar nicht. Der zu Grunde liegende Antrag der SPD-Fraktion, zirka 150 000 Euro in den Haushalt 2017 einzustellen, um die Grundlagenermittlung und Vorplanung zum 2016 beschlossenen Erweiterungsbau für den Grundschulteil der Stadtschule vorantreiben zu können, schaffte es nicht bis in den später zu beschließenden Etat.
Auch nicht der Antrag der Fraktion Aktiv & Offen (A & O) hinsichtlich ergänzender Unterlagen für die Genehmigungsplanung zum Straßen-/Radwegbau Altlandsberg-Neuhönow-Wegendorf in Höhe von etwa 30 000 Euro. Unter anderem unzureichende Aussagen zur dafür erforderlichen Umschichtung der Finanzen wurden als Grund angegeben.
Diese beiden wurden auf Antrag von Esther Drusche (SPD) genauso vertagt wie ein zweiter A & O-Antrag, der darauf zielte, Geld für die Ausführungs- und Genehmigungsplanung zum Bürgerhaus Wesendahl einzustellen, damit die Stadt dort endlich in die Gänge käme. Es seien mittlerweile Ideen entwickelt worden, wie man mit dem Bürgerhaus anders zum Ziel käme, deutete Eva-Maria Strys (Linke) nur an. Das aber müsse von der Verwaltung erst entsprechend dargestellt werden, begründete sie ihren Antrag auf Vertagung.
Allen drei Anträgen verhalfen Stimmen von SPD, Linke und CDU zum Ziel. Folgerichtig wollte Michael Töpfer (CDU) auch den gesamten Haushaltsbeschluss vertagt wissen, was Ronald Marks (A & O) auf die Palme brachte. Es sei paradox, diese Sitzung nur wegen des zu beschließenden Etats anzuberaumen und nun ...
Das sei doch alles nicht mehr normal, schimpfte Finanzausschussvorsitzender Jürgen Pohle (SPD), um sich später der Stimme zu enthalten. Ihn verwundere, dass die Verwaltung nicht mal einen ausgeglichenen Haushalt vorlegen könne, befand Detlef Zelinski (Altlandsberger Freie Wähler) - Bemerkungen, die für neuen Trubel sorgten und Herbert Gesche (CDU) schließlich sagen ließen, "es ist ein Unding, was heute hier abgeht".
Hans-Günter Gottschling (Linke) fasste zusammen: drei Anträge über zusammen mehr als 200 000 Euro, deren Deckung noch offen sei; der Ergebnishaushalt im vorliegenden Etat im Minus; häufige Vorleistungen der Stadt, für die Kredit aufgenommen werden müsste; Streit über "Kleinigkeiten", doch die Hauptpositionen würden nicht angegangen. Das bestätige der Kreis nicht, vermutete er und forderte sachliche Diskussion dazu in der nächsten Sitzung.
Bürgermeister Arno Jaeschke hielt noch dagegen, dass die Kommunalaufsicht erst kürzlich im Hause geweilt und der Stadt "grundsätzliche Leistungsfähigkeit" bestätigt habe. Im Ergebnishaushalt liege man "nahe bei null", über eine Million Euro stünden immer zur Verfügung, "unser Problem sind Rückzahlungen, die nicht geflossen sind". Das nachzuvollziehen fiel dem Publikum indes schwer.