Alles, was rollt, fährt los. Vom Festplatz vor der Feuerwehr zum Dorfende am Langen See und retour. Eine nicht enden wollende Schlange - und immer an Reicherts Haus vorbei. Auf der Treppe sitzt die halbe Familie mit Hund und genießt bei einem Glas Obstwein den Aufzug. "Denn, wenn keiner mehr an der Straße steht und zuschaut, weshalb sollte es dann einen Umzug geben?"
Letzteren hat René Schmidt in Regie und unter Kontrolle und auch er glaubt, dass es diesmal noch mehr Fahrzeuge sind als im Vorjahr. Aber gezählt hat er sie nicht. Er hat an dem Tag einfach zu viel zu tun. Muss sich ja auch noch um die alte Dreschmaschine kümmern, als die nach dem Umzug auf dem Festplatz zeigt, was sie noch kann. Bei dieser Vorführung bekommen die Alten genauso leuchtende Augen wie die Jüngeren, die sich als "Freunde an alter Landtechnik" zusammengefunden haben und jedes Jahr dabei sind. Und bekommt noch manchen Tipp, heißt es am Rande. Wie das mit den Garben und den Puppen war, dass 17 von Letzteren eine Mandel darstellten.
Längst hat auch das reichhaltig bestückte Kuchenbuffet geöffnet. "Einmal das Dorf hoch und runter", sagen die Frauen vom Bürgerverein, der mit der Freiwilligen Feuerwehr das Ganze organisiert, dann stünden die Kuchenbäcker fest und alle hätten auch wieder den Anstoß zu ihrer Spende für die Tombola bekommen. Das Ergebnis ist im Versammlungsraum der Feuerwehr aufgebaut und ein Fest für Auge und Gaumen.
Der Erlös wandert in die Gemeinschaftskasse. Das Fest sei wichtig fürs Dorf, wo es doch keine Gaststätte mehr gebe, keine Post und andere Treffpunkte, sagt Manfred Weber - dafür Bürgerverein, Feuerwehr und Landtechnikfreunde. Bei Kathleen Richter werden derweil noch Lampions für den abendlichen Umzug gebastelt und der Musikverein Müllrose schmettert, bevor Nine Mond und Professor Knolle die Jüngsten im Blick haben und am Abend noch das Wildschwein von der Jagdgenossenschaft wartet.