Wer zur Abfallumschlagstation kommt, wird gewogen. Nicht der Fahrer, sondern das Fahrzeug. Getrennt nach Lkw und Pkw müssen sich alle Ankommenden einreihen. "Ich warte, bis der Fahrer vor mir am Tresen steht. Erst dann wird das Fahrzeuggewicht bestimmt", sagt Uwe Kütz, der mit seinem Kollegen Maik Schulz an diesem Tag Dienst hat. Angenommen werden Kleinmengen aus privaten und gewerblichen Abfällen.
Beim Wiegen wird der Fahrer befragt, was er anliefert. Die Mitarbeiter der Abfallumschlagstation schauen auch nach. Freundlich wird erklärt, wo der Anlieferer den entsprechenden Container findet. Mehrere davon gibt es, alle sind über eine Rampe erreichbar und stehen in einem Halbrund. Ist das Fahrzeug geleert, wird es auf dem Rückweg wieder gewogen und dann exakt errechnet, was zu zahlen ist. 45 Kilo Baumischabfälle hat soeben ein Bürger angeliefert. Zahlen muss er bei Uwe Kütz dafür 4,32 Euro.
Jeder Container ist noch einmal extra beschriftet. Asbest steht an einem und es fällt auf, dass die darin liegenden Teile in Folien verpackt sind. "Das ist Vorschrift. Anders nehmen wir Asbest-Abfälle, aber auch Glaswolle, gar nicht an", sagt Angela Friesse, EMO-Werkleiterin.
Im Nachbarcontainer liegt Altholz, das in Beeskow u. a. zu Spanplatten weiterverarbeitet wird. Fahrradträger, Ikea-Bett und Gestänge eines Partyzeltes liegen recht einsam im Schrottcontainer herum. Unweit entfernt finden sich Gipsabfälle. Angenommen werden aber auch Sperrmüll aus Haushaltsauflösungen, gemischte Bau- und Abbruchabfälle, Gemische aus Beton, Ziegeln, Fliesen und Keramik, aber auch Teer und Styropor.
Apropos Styropor. In der Rüdersdorfer Waldstraße vermehrten sich vor Kurzem auf wundersame Weise über Nacht die Gelben Säcke. Zu denen, die die Nachbarn herausgelegt hatten, packte ein Unbekannter Styropor-Deckplatten. Die wurden vom Entsorgungsbetrieb nicht mitgenommen. "Die hätte derjenige problemlos herbringen können", sagt Abfallberaterin Peggy Thräne. Für übrigens 43 Cent pro Kilo. "Wichtig ist dabei, folgendes zu wissen. Alles, was Verpackungen sind, gehört in den Gelben Sack. Also auch die Styropor-Formteile rund um den neuen Fernseher. Folgende Eselsbrücke ist ganz gut: Der Blumentopf aus Kunststoff, den man kauft, ist die Verpackung für die Blume. Der gehört in den Sack. Der Übertopf aus Kunststoff aber nicht. Der muss in den Restmüllbehälter", sagt Peggy Thräne. Kostenlos abgegeben werden können Elektronikschrott, aber auch Pappe, Papier und Glas. "Wer große sperrige Pappen hat, der kann bei uns anrufen. Wir holen die zerkleinerten, gebündelten Pappen am Entleerungstag der blauen Tonnen mit ab", verspricht Angela Friesse. In der Abfallumschlagstation steht dafür zudem eine Papierpresse. Übrigens, alte Tapete gehört in die Hausmülltonne. "Oder in den zugelassenen grauen Abfallsack, den es für 2,45 Euro zu kaufen gibt. Unter anderem bei uns im EMO Strausberg in der Klosterstraße 18", betont Peggy Thräne. Wer sich die Fahrerei in Richtung Rüdersdorf sparen will, der kann dreimal im Jahr die Sperrmüllkarte ausfüllen und das Ganze von zu Hause abholen lassen. "Die Bürger zahlen diese Entsorgung über die Grundgebühr mit", sagt Angela Friesse.
Im Frühling und Herbst sowie an Sonnabenden herrscht Hochbetrieb in der Umschlagstation, die wochentags von 7 bis 17 Uhr und Sonnabend von 8 bis 13 Uhr geöffnet ist. Doch los ist dort immer etwas, denn der Hausmüll aus Märkisch-Oderland wird hierher transportiert, zusammengeschoben und abgeholt. Nicht angenommen werden in der Station gefährliche, pastöse oder flüssige Stoffe. Dafür ist das Schadstoffmobil zweimal im Jahr in MOL unterwegs. Ebenso Grünschnitt und Erde - dafür gibt es die roten Laubsäcke.
Wer Fragen hat, sollte sich seinen Abfallkalender durchlesen. Zudem hilft Abfallberaterin Peggy Thräne gern über Tel. 03341 3547013 weiter